Programm >> Forum >> Werkstatt Geschichte

150 Jahre Sparkasse Kierspe - Vom Geld in Kierspe im Laufe der Geschichte (19H-1001)

Mi. 25.09.2019 19:00 - 20:30 Uhr in Kierspe
Dozent: Ulrich Finke

Werkstatt Geschichte
Veranstaltungsreihe in Zusammenarbeit mit dem Heimatverein Kierspe e.V.

In diesem reich bebilderten Vortrag soll der Wandel des Geldes in den vergangenen 800 Jahren gezeigt werden. Er stellt eine Vertiefung zur im April gezeigten Ausstellung in der Hauptstelle der Sparkasse in Kierspe dar.
Thematisch steht die Geschichte des Geldes im Märkischen Kreis im Mittelpunkt des Abends. Gab es in Kierspe Geld? Wer hat es vor den Sparkassengründungen verwaltet? Wo wurde das Geld „gedruckt“? Wie schlimm war die Inflation um 1923? Gab es Notgeld? Diesen und weiteren Fragen wird nachgegangen. Der Vortrag zeigt viele Fotos und beginnt mit dem Pfennig unter Graf Engelbert I (1249 – 1277), geht über den ersten Cent in der Grafschaft Mark über die Reichsmark, Rentenmark und Deutsche Mark bis zum Euro. Bilder von allen Haupt- und Nebenstellen der Sparkasse Kierspe und Sparkasse Rönsahl, der Amtssparkasse Kierspe über die Stadtsparkasse Kierspe bis zur Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen vervollständigen den Vortrag.

Stadtrechte (19H-1002)

Mi. 30.10.2019 19:00 - 20:30 Uhr in Kierspe
Dozent: Hans Ludwig Knau

Werkstatt Geschichte
Veranstaltungsreihe in Zusammenarbeit mit dem Heimatverein Kierspe e.V.

Wir unterscheiden heute die kirchliche und die politische Gemeinde. Vor Einführung der Landgemeindeordnung im 19.Jahrhundert hießen sie Kirchspiel und Gemeinde. Der Bezirk des Kirchspiels zerfiel wiederum in fünf Bezirke, die nach einem darin liegenden Hof benannt waren. Es handelte sich um die Hohenholter, die Hölener, Schmidthauser, Rhader und Dorfbauerschaft. Jede Bauerschaft wiederum hatte einen Bauerschaftsvorsteher. Die zusammen mit dem Richter die Angelegenheiten des Kirchspiels verwalteten. Auch die Geistlichkeit und die Mitglieder des Kirchvorstandes besuchten die jeweiligen Sitzungen. Hauptgegenstand war dabei die Aufbringung der Steuern und Kontributionen, d.h., die Zwangserhebungen von Geld durch feindliche Truppen im Kriegsfalle. Für diese und die Steuern wurde von den Vorstehern und dem Richter ein Schatzzettel oder Hebezettel aufgestellt. Der Kirchspielsrezeptor zog gegen eine Entschädigung von 4 oder 5 % die Steuern ein und führte die Kirchspielsrechnung, die wiederum vom Richter und den Bauerschaftsvorstehern eingehend geprüft wurde. Da die zum Hause Rhade gehörigen Höfe dem Rhader Hofesrecht unterlagen, wird auch dieses Recht zur Sprache kommen, das auf einer Seite das Verhältnis der Hofesleute zur Herrschaft und zum Hofland regelte, auf der anderen ihr privates Leben untereinander. Am 1. Januar 1846 schließlich wurde das Amt Kierspe mit den beiden Gemeinden Kierspe und Rönsahl gebildet, 1851 wurde nach Einführung der neuen Gemeindeordnung für den preußischen Staat der Amtmann Gemeindebürgermeister der Samtgemeinde, deren einzelne Teile einen eigenen Bürgermeister besaßen. Seit 1908 gab es ein eigenes Amtshaus, das den Kierspern noch heute unter dem Begriff „Altes Amtshaus“ bekannt ist, in dem heute die VHS Volmetal, der Heimatverein Kierspe und das Stadtarchiv untergebracht sind. Davor dienten die jeweiligen Privathäuser der Amtmänner auch zu dienstlichen Zwecken. Nach der Trennung von Kierspe und Meinerzhagen war der Hof Eicken Amtssitz des ersten Kiersper Amtmannes Tilmann Siebel, der Amtmann Wehner befand sich in seinem Hause zwischen der Pulver- und Schmiedestraße. Unter dem Amtmann Büren war das Amt in der Friedrich-Ebert-Straße im Dorf, in dem später der Bäcker Ackermann und zuletzt der Bäcker Ohmann wohnten und arbeiteten.“

Die Margarethenkirche (19H-1003)

Mi. 27.11.2019 19:00 - 20:30 Uhr in Kierspe
Dozent: Hans Ludwig Knau

Werkstatt Geschichte
Veranstaltungsreihe in Zusammenarbeit mit dem Heimatverein Kierspe e.V.

Im Archiv der evangelischen Kirchengemeinde findet sich der nachfolgende Text:
»Es stand hieselbst eine Kirche aus alten Zeiten, deren Bau dem Schoße tiefer Vergangenheit anzugehören scheint, weil sich darüber gar keine Urkunden auffinden laßen. Diese war ganz von Steinen und der Thurm bis unter sein Dach 121 Fuß hoch [36,88 m]. Im Inneren der Kirche befanden sich 4 steinerne Kreuzgewölbe, welche auf 4 Pfeilern ruheten. Diese Gebäude waren durch ihr Alter baufällig geworden, weshalb der Thurm im Jahre 1816 ganz abgebrochen wurde, von der Kirche aber wurde indeß nur das Dachwerk abgenommen, die bloßen Umfassungsmauern blieben nur stehen, denn auch das Innere wurde ganz weggeworfen. In diesem Jahr trat beständige nasse Witterung ein, welche das Fortschreiten des Baues ungemein hinderte und der Mißwuchs, mithin sehr schlechte Ernte, hatte eine Theuerung zur Folge, die in dem folgenden Jahre 1817 das Brod auf einen Preis von 40 stbr. brachte. Dieses verursachte, daß der ganze Bau erst im Jahre 1820 [vollendet werden konnte«.
In der Veranstaltung der Werkstatt Geschichte geht es dabei nur um die Geschichte der Kirche, ihr wirkliches Alter, ihre frühere und heutige Ausstattung, ihr heutiges Aussehen, den Erbauer des neuen Turms von 1816 und die Geschichte der Orgel.

Foto: Arnoldius Wikicommons. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Kierspe_Margarethenkirche_altar.jpg