Programm >> Kultursalon >> Kunst, Austellungen

Das Bauhaus - Geschichte und Bedeutung einer Idee (19F-3701)

Di. 30.04.2019 19:00 - 20:30 Uhr in Herscheid
Dozent: Dr. Walter Kühnert

Zum 100. Jahrestag der Gründung

2019 findet das 100-jährige Gründungsjubiläum des Bauhauses statt. 1919 in Weimar gegründet, 1925 nach Dessau umgezogen und 1933 in Berlin unter dem Druck der Nationalsozialisten geschlossen, bestand das Bauhaus nur 14 Jahre. Dennoch wirkt die legendäre Hochschule für Gestaltung bis in die Gegenwart fort. Das Bauhaus war eine lebendige Ideenschule und ein Experimentierfeld auf den Gebieten der freien und angewandten Kunst, der Gestaltung, der Architektur und der Pädagogik. Hier wurde abseits der bekannten Wege begeistert und voller Neugier neues Terrain betreten. Es wurde ausprobiert, skizziert, untersucht und produziert. Gelernt und experimentiert wurde am realen Material und im echten Leben. Dabei ging es um nichts Geringeres als um die Revolution des Alltags, um das Wohnen und das Zusammenleben in der Gesellschaft. Fragen, die heute ebenso aktuell und relevant sind, wie vor 100 Jahren.
Als ehrgeiziges Projekt für eine reformierte künstlerische Ausbildung wurde das Bauhaus vor 100 Jahren von Walter Gropius in Weimar ins Leben gerufen. Wenngleich steten Anfeindungen ausgesetzt, wurde der Name Bauhaus zum Synonym für moderne Formgestaltung und ist es bis heute geblieben. Der Vortrag stellt das Konzept des Bauhauses im historischen Kontext dar, verfolgt die ideengeschichtlichen Wurzeln des Programms und zeichnet die Entwicklung der Bauhaus-Praxis bis zur Schließung 1932 nach – visuell veranschaulicht durch zahlreiche Illustrationen.

Goethe - Verwandlung der Welt - Goethes Gärten (19F-3702)

So. 19.05.2019 14:00 - 16:15 Uhr in Überörtlich
Dozentin: Marion Görnig

Johann Wolfgang Goethe ist der weltweit bekannteste Dichter deutscher Sprache. Bereits zu Lebzeiten erstreckte sich sein Ruhm auf ganz Europa. Seine literarischen Werke wurden in unzählige Sprachen übersetzt und Figuren wie Werther oder Faust eroberten alle Kunstgattungen und sämtliche Sparten der Populärkultur. Wie kein zweiter Dichter seiner Zeit hat Goethe jene Veränderungen reflektiert, die um 1800 die politischen, ökonomischen und kulturellen Fundamente Europas erschütterten. Er war aber nicht nur ein kritischer Beobachter der anbrechenden Moderne, sondern zugleich ein äußerst wandlungsfähiger Künstler, der bis heute Schriftsteller, Maler und Bildhauer sowie Komponisten, Fotografen und Filmregisseure inspiriert hat.
Die erste große Goethe-Ausstellung seit 25 Jahren veranschaulicht sein Werk und seine Biografie im Horizont der frühen Moderne sowie die einzigartige Rezeptionsgeschichte seines Wirkens. Eine Ausstellung der Bundeskunsthalle und der Klassik Stiftung Weimar in Kooperation mit dem Freien Deutschen Hochstift, Frankfurt a. M., dem Goethe-Museum Düsseldorf und dem Museo Casa di Goethe, Rom unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.
Der Garten auf dem Dach der Bundeskunsthalle lädt zum Flanieren und Verweilen ein, zum ästhetischen Genuss und zur naturwissenschaftlichen Erkundung. Als Goethe im Frühjahr 1776 sein erstes Weimarer Anwesen, das berühmte „Gartenhaus“ unweit der Ilm, bezog, galt sein besonderes Interesse dem weitläufigen Garten, dessen Neugestaltung er sogleich in Angriff nahm. Neben einem Nutzgarten legte Goethe auch einen kleinen englischen Landschaftsgarten mit gewundenen Wegen und schattigen Ruheplätzen an. Überdies unterhielt er zahlreiche Blumenbeete für seine botanischen Experimente, die ihn mit den Jahren zu einer eigenen Metamorphosenlehre führten. Auch im repräsentativen Haus am Weimarer Frauenplan, das er später bezog, schenkte er dem dortigen Garten seine besondere Aufmerksamkeit. In einem Pavillon an der Südseite des Gartens richtete er sogar seine geowissenschaftliche Sammlung ein, die Mineralien, Gesteine sowie Fossilien aus aller Welt umfasste.

Pierre Bonnard - der Maler des Glücks? - Kleingruppenkurs (19F-3703K)

Sa. 09.03.2019 10:00 - 16:45 Uhr in Kierspe
Dozentin: Ulrike Weidmann

Kunstseminar

Lange wurde das Werk Bonnards als epigonaler Postimpressionismus missverstanden, sein künstlerischer Rang völlig unterschätzt. Erst in jüngerer Zeit beginnt man, Bonnards Bilder unabhängig vom Vergleich mit dem Impressionismus zu betrachten und entdeckt einen wegweisenden, eigenständigen Maler, dessen künstlerische Ziele sich emanzipieren und überraschend wenig mit den Intentionen der Impressionisten gemein haben.

Kleingruppenkurs für mindestens 5, maximal 7 Teilnehmende
Pierre Bonnard wurde 1867 in eine höhere Beamtenfamilie geboren. Nach einem kurzen Intermezzo als Jurastudent studierte er ab 1887 Malerei, gründete 1888 mit u.a. mit Vuillard, Maillol und Vailloton die Künstlergruppe „Nabis“ (Erleuchtete) und landete schon 1889 mit dem Plakat „France Champagne“ einen beachtlichen und wegweisenden Erfolg. Denn außer mit seiner Malerei fand Bonnard als Grafiker und u.a. bei Paul Verlaine, Toulouse-Lautrec und Renoir große Anerkennung als Buchillustrator. Als Bonnard 1947 achtzigjährig starb, war er ein international hoch geachteter Maler. Aber dann wurde es still um sein Werk. Heute scheint es fast unverständlich, wie man Bonnards Bilder dem Impressionismus zuordnen konnte, denn es gibt gravierende Unterschiede zu entdecken. Zum Beispiel: Wo die Impressionisten mit unbedingter, dem Realismus verpflichteter Akribie der Unwiederbringlichkeit des Augenblicks nachspüren, beugt sich Bonnard nicht dem Diktat der Wirklichkeit, sondern macht die nur scheinbar realistische Szenerie zum Träger seiner persönlichen Empfindungen. Ganz der emotionalen Ausdruckskraft der Farben hingegeben arbeitet er je nach seiner persönlichen Haltung zum Bildgegenstand mit nahezu enervierenden Kontrasten oder mit lyrischen Abstufungen, schmeichelnden Farbgedichten. Er sucht auch nicht den informativ ausgewogenen Bildaufbau, nicht das ganze Motiv. Er zeigt lediglich einen Ausschnitt, dessen scheinbare Unvollständigkeit nur von dem aufmerksam forschenden Blick überwunden wird um die gesamte Bildbedeutung zu erfassen. Was es sonst noch zu entdecken gibt, wollen wir herausfinden, indem wir Leben, Werk und Auswirkungen dieses außergewöhnlichen Malers kennen lernen.

Kleingruppenkurs mit mindestens 5, maximal 7 Teilnehmenden