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Literatur bei Wein und Brot - Neuerscheinungen von der Leipziger Buchmesse (19F-3401)

Fr. 05.04.2019 19:30 - 21:00 Uhr in Kierspe
Dozentin: Hiltrud Schulte

Ein Abend bei Wein und Brot, in dessen Mittelpunkt die neuen Bücher dieses Literaturherbstes stehen. Lesenswerte Romane – und vielleicht auch der eine oder andere, den man nicht lesen muss, auch wenn er auf der Bestsellerliste steht. Neue Autorinnen und Autoren – vielversprechende Erstlings- und grandiose Lebenswerke. Überraschende Themen, vielversprechende Preisträger, dicke Wälzer und kleine Meisterwerke, Erinnerungen, Abrechnungen, Visionen und Liebesträume mit und ohne Happy End. Ganz angesehen von Krimis für Unerschrockene, verschachtelten Familienepen und blütendurchwehten Romanzen. Eine Auswahl empfehlenswerter Neuerscheinungen von der Frankfurter Buchmesse, Lesetipps und Anregungen für Literaturfreunde. Weil man schließlich nicht alles lesen, aber vieles bei einem Glas Wein erfahren, erblättern und diskutieren kann.

Literarische Weltmodelle und Gesellschaftsformen (19F-3402)

Di. 19.02.2019 (17:30 - 19:00 Uhr) - Di. 28.05.2019 in Halver
Dozent: Prof. Dr. Rüdiger Imhof

Literaturkreis

Sir Thomas Mores Utopia und George Orwells Farm der Tiere

Sir Thomas More saß in einem Gemach am Schreibtisch, blickte auf den vor ihm stehenden Kelch mit mulled wine und dachte: "Es muss doch eine bessere Welt geben als diejenige unter dem Dicken." Gemeint mit "dem Dicken" war Henry VIII. More griff zu seinem Gänsekiel, dippte diesen in ein Tintenfass und schrieb auf ein Stück Velin das Wort "Utopia" , eine von ihm ersonnene wörtliche Neuprägung, die so viel bedeutet wie ‚Nirgendland’. Zugleich machte er sich daran, ein Land zu erdenken und zu beschreiben, in dem ein gesellschaftlicher Idealzustand herrscht. Zum Beispiel ist in diesem Land Kommunismus das allgemeine Gesetz, das nationale System der Erziehung schließt Männer und Frauen gleichermaßen ein, und jedwede Ausübung von Religion wird freimütig geduldet. Utopia erschien zunächst in lateinischer Sprache 1516 und danach 1551 in englischer Übersetzung.
Ein paar Jahrhunderte später saß George Orwell in einem Pub in Shoreditch, sah auf ein Pint Bitter und räsonierte mit sich: ‚Wenn wir so weitermachen, sind wir bald in 1984’. Das geschah so zwischen 1944 und 1945. Er holte seinen Notizblock hervor und schrieb hinein: ‚Animal Farm’ (Farm der Tiere). Es entstand eine Satire in Fabelform auf das revolutionäre und post-revolutionäre Russland und darüber hinaus auf alle Revolutionen. Die Tiere auf Mr. Jones’ Farm revoltieren gegen ihre menschlichen Herren, verjagen diese und werden selbst zu den Herrschenden. Schließlich jedoch werden sie von Macht verdorben, und eine neue Tyrannei tritt an die Stelle der alten.
Mores Werk half die literarische Gattung der Utopie zu begründen, und mit einigem Augenzwinkern ließe sich argumentieren, Animal Farm gehöre zu den Anti-Utopien (Werke mithin, die eine negative Gegenwelt entwerfen), obschon Orwells 1984 ein viel zutreffenderes Beispiel für eine Anti-Utopie oder Dystopie ist. Der Kurs wird eine Auseinandersetzung mit den beiden Werken leisten und dabei zugleich die thematischen und erzählerischen Merkmale von Utopie und Anti-Utopie ermitteln. Thomas Mores Utopia ist in der Übersetzung von Hermann Kothe im Anaconda Verlag und George Orwells Farm der Tiere bei Diogenes erschienen. Die Teilnehmerinnen bzw. Teilnehmer des Kurses sollten sich für die erste Sitzung mit den Anfangskapiteln von Utopia beschäftigen.

Glaubenswelten im Roman (19F-3403)

So. 24.02.2019 (16:00 - 17:30 Uhr) - Mi. 17.07.2019 in Herscheid
Dozentin: Monika Petsos

Einladung ins Lesecafé fünf+eins

Literatur und Religion, beiden geht es um die Suche nach Antworten auf die großen Fragen des Lebens, um Grenzerfahrungen wie Liebe, Trauer, Tod. Arnold Stadler zum Beispiel begreift sein Schreiben als „Fortsetzung der Theologie mit anderen Mitteln“. Wahrheit und Heuchelei, Christentum der Tat und christliche Attitüde, Toleranz und Humanität, der Wert eines Lebens und welchen Stellenwert Glaube und Religion im Leben eines Menschen einnehmen, ob und wie hilfreich sie sein können, kommen zur Sprache. Die Protagonisten unserer Texte gehören zur Gruppe protestantischer und katholischer Christen, zu einer religiösen Minderheit, entstammen dem Umfeld arabischer Juden und pakistanischer Muslims. Sie alle geraten in Glaubens- und Lebenskrisen, kämpfen mit inneren Konflikten, suchen nach Antworten und geraten an ihre Grenzen.
Verbinden wir das Erstschönste mit dem Zweitschönsten, lesen wir Bücher und reden wir darüber. Jeder ist eingeladen, in entspannter Atmosphäre bei Kaffee, Tee und Gebäck seine eigene Lese- und Lebenserfahrung ins Gespräch einfließen zu lassen. Ein abschließendes Frühstückstreffen soll die Möglichkeit bieten, eine vergleichende Rückschau auf die Lektüren zu werfen, mit weiteren Hinweisen, Anregungen sowie Buchempfehlungen das Thema abzurunden.