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Kunst in der Weimarer Republik - Die neue Sachlichkeit - Kleingruppen (20H-3701K)

Sa. 28.11.2020 10:00 - 16:45 Uhr in Kierspe
Dozentin: Ulrike Weidmann

Kunstseminar

Die Katastrophe des ersten Weltkriegs hinterließ eine Künstlergeneration, die einerseits Form und Ausdruck zur Bewältigung ihrer traumatischen Erlebnisse suchte und andererseits befreit von den Zwängen der Wilhelminischen Gesellschaft mit Zuversicht und unbändigem künstlerischen Elan ein Kaleidoskop unterschiedlicher Gestaltungsrichtungen entwickelte. Eine dieser neuen Ausdrucksweisen war die „Neue Sachlichkeit“. 1925 prägte Gustav Hartlaub, avantgardistischer Direktor der Mannheimer Kunsthalle, anlässlich der legendären Mannheimer Ausstellung diese Bezeichnung für die neue realistische Malerei der jungen Weimarer Republik. Als akribisch detailgenaue Ölmalerei in lasierend-mehrschichtig altmeisterlicher Technik war sie der Gegenentwurf zu der spontanen, emotionsgeladenen Formsprache des Expressionismus. Kühl, distanziert, schnörkellos, erscheinen wenig schmeichelnde Portraits, entlarvende Darstellungen der zwielichtigen Nachkriegsgesellschaft, sachliche Stillleben, nüchterne Stadt- und Industriearchitektur, Bahnanlagen, Maschinen und Landschaften.
Es entsteht eine künstlerische Parallele zum klaren Gestaltungsstil des Bauhauses.
In diesem Seminar werden wir die verschiedenen Künstler und Ausdrucksweisen analysieren und miteinander vergleichen und die Beziehung zu Edward Hopper und dem Fotorealismus abklären.

Kleingruppenkurs mit mindestens 5, maximal 7 Teilnehmenden

Leben und Werk des Malers Issachar Ber Ryback (20H-3702)

Fr. 25.09.2020 19:30 - 21:00 Uhr in Meinerzhagen
Dozentin: Dr. Sigalit Meidler-Waks

Vortrag und Buchpräsentation mit der Autorin Sigalit Meidler-Waks
Mit freundlicher Unterstützung der Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen

Das Werk des russisch-jüdischen Malers Issachar Ber Ryback (1897–1935) war geprägt durch die jüdische Renaissance in Russland. Sein Frühwerk entstand im Kontext der »Kultur-Lige«, einem säkularen jüdischen Kulturbund in Kiew, dessen Künstler den Versuch unternahmen, eine nationale jüdische Kunst zu schaffen, indem sie Motive alter jüdischer Volkskunst mit modernen Strömungen wie dem Kubismus und dem Futurismus zu verbinden suchten. Von 1921 bis 1924 weilte Ryback in Berlin, wo er seine erste Einzelausstellung hatte und sich u.a. an Ausstellungen der »Novembergruppe«, einer vom 3. Dezember 1918 bis 1933 in Berlin bestehenden Künstlervereinigung, beteiligte. Während seines anschließenden einjährigen Aufenthaltes in der Sowjetunion ließ er den Kubismus hinter sich und entwickelte eine naturalistischere Darstellungsweise. Auch wenn neue Motive im Stil eines romantischen Realismus sein Oeuvre in Paris erweiterten, hielt er bis zu seinem Lebensende an der Darstellung jüdischen Lebens fest.

Sigalit Meidler-Waks leitete von 2009 bis 2014 die Jüdische Volkshochschule Berlin und ist als freie Kuratorin tätig. Sie studierte Kunstgeschichte und Judaistik. Bei Hentrich & Hentrich ist ihre Werkbiographie Ber Rybacks erschienen.

Vision und Schrecken der Moderne - Industrie und künstlerischer Aufbruch (20H-3703)

So. 31.01.2021 14:00 - 16:15 Uhr in Überörtlich
Dozentin: Marion Görnig

Ausstellungsbesuch in Wuppertal

Als Beitrag zum Jubiläums-Jahr 2020, mit dem in Wuppertal der 200. Geburtstag von Friedrich Engels gefeiert wird, geht das Von der Heydt-Museum in einer Ausstellung der Frage nach, wie sich die kulturellen und sozialen Aspekte der Industrialisierung in der Kunst des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart niedergeschlagen haben. Denn das im Zuge der industriellen Revolution entstandene neue Wirtschaftssystem des Kapitalismus, dessen Grundlagen Marx und Engels kritisch analysierten, hat nicht nur zu technischem Fortschritt und kultureller Weiterentwicklung, sondern auch zu heftigen sozialen Konflikten geführt.
Das Wupper-Tal, Geburtsort von Friedrich Engels, war im 19. Jahrhundert ein Zentrum der Textilindustrie, war ein Ausgangspunkt des industriellen Aufschwungs mit seiner weltbewegenden Dynamik. Die Porträtmalerei kam hier zu hoher Blüte und spiegelt das neue Selbstbewusstsein des Wirtschaftsbürgertums. An den zahlreichen, malerisch höchst qualitätsvollen Bildnissen des Düsseldorfer Künstlers Heinrich Christoph Kolbe lässt sich eindrücklich ablesen, wie das Bürgertum Reichtum mit Frömmigkeit und Fleiß begründete. Aus dem Verantwortungsgefühl für die sozial Benachteiligten resultierte ein starkes privates Engagement der Wuppertaler Unternehmer für die Verbesserung der Lebensverhältnisse. Die Verdienste wurden in Denkmälern wie dem bekannten „Armenpflegedenkmal“ des Bildhauers Neumann-Torburg gewürdigt. Andererseits thematisierten Künstler der Düsseldorfer Malerschule die schwierigen Lebensbedingungen des Proletariats. Unter dem Einfluss des Naturalismus setzten sich Künstler*innen wie Max Klinger und Käthe Kollwitz seit den 1880er Jahren in ihrer Graphik intensiv mit der Misere des Proletariats auseinander. Mit einer unheilvollen Allianz aus Industrie und Militarismus markierte der Erste Weltkrieg eine zeitgeschichtliche Zäsur. Die Auswirkungen des Krieges führten zu einer Verschärfung der gesellschaftlichen Probleme. In der angespannten Nachkriegssituation wandten sich Künstler wie u. a. Conrad Felixmüller, George Grosz, Otto Dix, Max Beckmann sowie die Kölner Progressiven um Heinrich Hoerle und Franz Wilhelm Seiwert gesellschaftskritischen und linksgerichteten politischen Bestrebungen zu.