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Besuch der Frankfurter Buchmesse - Ehrengast: Norwegen (19H-3400)

Sa. 19.10.2019 08:00 - 20:00 Uhr in Überörtlich
Dozent: Dr. Gerhard Ringel

Busfahrt mit Ausstellungsbesuch

Fünf Tage im Oktober: Die größte Buchmesse der Welt. Einmal im Jahr trifft sich die internationale Buchwelt in Frankfurt am Main. Die Geschichte der Frankfurter Buchmesse reicht zurück bis ins 15. Jahrhundert, als Johannes Gutenberg nur wenige Kilometer von Frankfurt entfernt den Buchdruck erfand. Bis ins 17. Jahrhundert blieb die Bedeutung Frankfurts als zentrale Buchmesse-Stadt in Europa unbestritten, im 18. Jahrhundert ging diese Rolle jedoch auf Leipzig über. 1949 lebte die Tradition der Buchmesse in Frankfurt wieder auf: 205 deutsche Aussteller kamen in der Paulskirche zur ersten Buchmesse der Nachkriegszeit zusammen. Mehr als sechzig Jahre später ist die Frankfurter Buchmesse mit einem alljährlich wechselnden Ehrengast – in 2019: Norwegen – und vielen thematischen Events eines der international bedeutendsten kulturellen Ereignisse.

Literatur bei Wein und Brot - Neuerscheinungen von der Frankfurter Buchmesse (19H-3401)

Fr. 15.11.2019 19:30 - 21:00 Uhr in Kierspe
Dozentin: Ileana Beckmann

Ein Abend bei Wein und Brot, in dessen Mittelpunkt die neuen Bücher dieses Literaturherbstes stehen. Lesenswerte Romane – und vielleicht auch der eine oder andere, den man nicht lesen muss, auch wenn er auf der Bestsellerliste steht. Neue Autorinnen und Autoren – vielversprechende Erstlings- und grandiose Lebenswerke. Überraschende Themen, vielversprechende Preisträger, dicke Wälzer und kleine Meisterwerke, Erinnerungen, Abrechnungen, Visionen und Liebesträume mit und ohne Happy End. Ganz angesehen von Krimis für Unerschrockene, verschachtelten Familienepen und blütendurchwehten Romanzen. Eine Auswahl empfehlenswerter Neuerscheinungen von der Frankfurter Buchmesse, Lesetipps und Anregungen für Literaturfreunde. Weil man schließlich nicht alles lesen, aber vieles bei einem Glas Wein erfahren, erblättern und diskutieren kann.

William Trevor: Ausgewählte Erzählungen (19H-3402)

Di. 17.09.2019 (17:30 - 19:00 Uhr) - Di. 07.01.2020 in Halver
Dozent: Prof. Dr. Rüdiger Imhof

Literaturkreis

William Trevor (eigentlich William Trevor Cox), geboren 1928 in Mitchelstown, County Cork, ist einer der profiliertesten und exzellentesten irischen Prosaautoren. Seit seinem ersten Roman, A Standard of Behaviour, 1958 (Ein Maßstab für das Verhalten), hat er vierzehn weitere Romane, zwei Novellen, dreizehn Kurzgeschichtenbände, Stücke für Radio, Bühne und Fernsehen sowie zwei nichtfiktionale Werke vorgelegt. Zunächst trat er als Verfasser sog. black comedies hervor, in denen er häufig exzentrische Figuren in ihrem disruptiven und destruktiven Einfluss auf eine gesetzte Gesellschaft darstellt. Formen der Sozialkritik waren stets von vorrangigem Interesse. Mit den Jahren wurden seine Texte dunkler, indem er sich u.a. Themen der politischen Gewalt in seinem Heimatland zuwandte. Er starb 2016.
Trevor beschreibt sich als „als Verfasser von Kurzgeschichten, der gern Romane schreibt“, und in der Tat sind es seine Kurzgeschichten oder Erzählungen, in denen und mit denen er meisterhaft brilliert. Man hat ihm nachgesagt, er stehe in der Tradition eines Tschechow, bei dem man sich ebenso wie bei ihm fragt, wie er es eigentlich anstellt: Nichts Atemraubendes geschieht; das Leben scheint dahinzuplätschern, und nichtsdestotrotz ist man im höchsten Grade interessiert und angesprochen. Das Geheimnis liegt in beiden Fällen in der Kunst des Fortlassens, es dem Leser zu überlassen, das absichtlich Nichtgesagte subtil vom Autor gelenkt zu ergänzen. Die Erzählungen bieten Charaktere, die tiefempfundene Sehnsüchte besitzen, jedoch zu akzeptieren haben, dass das Leben sich nicht ändern wird und das Unausweichliche erduldet werden muss. Die Figuren in Trevors Werken sind nicht selten am Rande der Gesellschaft: Kinder, alte Menschen, alleinstehende Frauen und Männer im mittleren Alter, unglücklich Verheiratete. Diejenigen, welche die Wirklichkeit ihres Lebens nicht gelten lassen können, erschaffen sich alternative Welten, in die sie sich zurückziehen. Der Kurs möchte Gelegenheit bieten, sich mit Trevors Kunst auseinanderzusetzen.

Textgrundlage ist der Band: William Trevor, Ein Traum von Schmetterlingen. Hoffmann & Campe, ISBN 978-3-455-40527-9. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollten zur ersten Sitzung die Erzählungen „Ein Traum von Schmetterlingen“ und „Frauen des Klavierstimmers“ gelesen haben.

Das "Höllenspektakel" Heine (19H-3404)

Di. 17.09.2019 (09:45 - 12:00 Uhr) - Di. 04.02.2020 in Meinerzhagen
Dozentin: Sabine Hellwig-Tillmann

Literaturkreis am Vormittag

Ein Höllenspektakel breitete sich im Klassenzimmer aus, als ein Junge namens Harry seinen Mitschülern in kindlicher Unbefangenheit erzählte, dass sein Großvater ein kleiner Jude mit einem großen Bart gewesen sei. Der tobenden Belustigung der Schüler folgte die erste Züchtigung des Jungen vor aller Öffentlichkeit durch die Autorität in Person eines herbeieilenden Lehrers. Um dem Jungen seine Schuld an dem Klassentumult büßen zu lassen, fiel die Prügel durch Stockhiebe außerordentlich heftig aus. Diese Schulanekdote aus dem 19. Jahrhundert wäre nichts Außergewöhnliches, beträfe sie nicht Heinrich Heine, für dessen Leben und Wirken diese Kindheitserinnerung unfreiwillig Programm wurde.
Ob die Diffamierungen seiner Liebesgedichte als „Bordellpoesie“ nebst der Abwertung seiner Person als charakterlosem, frivolen Poeten, die Schmähung als Nestbeschmutzer, die das Verbot seiner Schriften und die Verfolgung durch die öffentlichen Instanzen nach sich zog und bekanntlich sein Exildasein in Frankreich begründete oder aber die enthusiastische Begeisterung seines breiten Lesepublikums, sein früher Ruhm als Lyriker – an Heine, dem ersten großen jüdischen Schriftsteller der deutschen Literatur, schieden sich die Geister und dies weit über seinen Tod hinaus.
Heute stellt niemand mehr die Bedeutung und den literarischen Rang Heines in Frage. Vergessen sind die Kontroversen um Heine-Denkmäler, der Streit um die Benennung der Düsseldorfer Universität noch in den 1980er Jahren. Als man 1997 den 200. Geburtstag Heines mit pompösen Festakten feierte, schienen endlich alle Kontroversen beendet. Dennoch spottete ein Rezensent :„Sie haben ihn heimgeholt, heimgeholter geht`s nimmer“. Dem bürgerlichen Intellektuellen Heine wäre dies sicherlich suspekt gewesen.
Deshalb blicken wir in diesem Kurs auf das „Höllenspektakel“ Heine, auf die Ein–Mann- Opposition eines Außenseiters, der, um sich Gehör zu verschaffen und die Abgründe zwischen politischem Stillstand und dem rasanten gesellschaftlichen Wandel in seiner Zeit zu benennen, neue Wege des lyrischen Sprechens suchte.

Gedichte von Hilde Domin, Mascha Kaléko und Else Lasker-Schüler (19H-3405)

Mo. 23.09.2019 (09:45 - 12:00 Uhr) - Mo. 10.02.2020 in Schalksmühle
Dozentin: Sabine Hellwig-Tillmann

Literaturkreis am Vormittag

„ich bin weit gegangen...die Kontinente die Jahre hinauf“

Heimatlosigkeit als prägende Lebenserfahrung, dieses Schicksal teilte sie mit vielen anderen als Deutsche im 20. Jahrhundert und Jüdin, ohne diese Identität je gelebt zu haben: Hilde Domin, Lyrikerin und Exilantin in den verschiedensten Ländern über Jahrzehnte ihres Lebens. Ihr Lebensweg von Flucht und Fremderfahrung, keineswegs vorhersehbar für die 1909 in Köln geborene Tochter aus jüdischem Großbürgertum, hat die studierte Ökonomin spät zur Dichterin gemacht. Mitte der 50er Jahre noch immer in der Emigration in der Dominikanischen Republik begann ihr zweites Leben im Schreiben, die „Heimkehr ins Wort“, wie sie es nannte, die die Erfahrung von Fremdbestimmung, Ausgrenzung und Heimatlosigkeit überwinden half, auch dann noch, als sie nach Deutschland zurückkehrte, und sie sich mit ihren Gedichten im Literaturbetrieb behauptete, kritisch und oft unbequem, eine ungewöhnliche Einzelgängerin und unverwechselbar im Ton ihrer Gedichte.
Eine Rückkehr nach Deutschland hat es für Mascha Kaléko und Else Lasker-Schüler, die beiden anderen großen Einzelerscheinungen innerhalb der deutschen Lyrik, nicht gegeben. Auch sie sind „weit gegangen“- von ihren literarischen Anfängen in Berlin bis nach Jerusalem. Mascha Kaléko lebte dort von 1959 bis 1974. „Heimat – die wievielte?“ fragte sie in einer Gedichtzeile, wissend, dass ein Leben in dem Land, das sie auf dem Höhepunkt ihrer Karriere 1939 verließ, um nach Amerika zu emigrieren, nicht mehr möglich sein würde. Jerusalem aber blieb ein Leben in der Fremde, das sie fast verstummen ließ, obwohl gerade ihre Existenz als Dichterin auch für sie Lebensrettung vor Heimweh und tiefer innerer Resignation war. So wurde Mascha Kaléko Jerusalems unbekannteste Dichterin, ein Rang, den Jahrzehnte zuvor Else Lasker-Schüler innehatte, auch sie in Jerusalem eine Fremde im Exil am Ende eines Lebens, das schon früh durch fehlende Verortung und Heimatlosigkeit geprägt war. Die meiste Zeit ihres Lebens mittellos und ohne eigene Wohnung war Else Lasker-Schülers Heimat die Welt, die sie sich in ihrer Dichtung selbst schuf – im Gegensatz zu den beiden anderen Lyrikerinnen gerade in der Reflexion auf ihre jüdische Identität.
Der Kurs wird sich mit den Lebenswegen und den Gedichten dieser drei außergewöhnlichen Frauen beschäftigen, die mit ihrem lyrischen Werk den Erfahrungen von Exil und Heimatsuche eine jeweils eigene und unverwechselbare Stimme gegeben haben.

Frauenwelten (19H-3406)

So. 15.09.2019 (16:00 - 17:30 Uhr) - Mi. 22.01.2020 in Herscheid
Dozentin: Monika Petsos

Einladung ins Lesecafé fünf+eins

Fünf weibliche Romanfiguren, ihre Schicksale, Erwartungen und gesellschaftlichen Bedingungen stehen im Mittelpunkt unserer Lektüren: Leila, die Nacht für Nacht an ihrem Hochzeitskleid näht, mit Nadel, Faden und Schnittmuster einem Plan folgt, Mathilde, deren Vater über sie urteilt: die wird gut, die frißt sich durch, Keiko, die ihren ersten Tag als Angestellte in einem japanischen Konbini als ihren Geburtstag als normales Mitglied der Gesellschaft begreift, die 50jährige Karrierefrau Jane, die sich in Empathie üben, den Umgang mit Alter und Verlust lernen muss, sowie die namenlose Ich-Erzählerin, die in der klaustrophobischen Atmosphäre eines Zimmers dem schwelenden, schmutzigen Gelb einer Tapete ausgesetzt - Diese Tapete scheint mir zu wissen, was für einen bösen Einfluß sie auf mich hat! – dem Wahnsinn verfällt. Wir lernen Protagonistinnen in den Gefühlswelten ihrer Herkunftskulturen kennen, verfolgen ihren sozialen Auf- und Abstieg, lassen uns berühren, erregen, überraschen und erschüttern und teilen unsere Ansichten und Gefühle mit und miteinander.
Verbinden wir das Erstschönste mit dem Zweitschönsten, lesen wir Bücher und reden wir darüber. Jeder ist eingeladen, in entspannter Atmosphäre bei Kaffee, Tee und Gebäck seine eigene Lese- und Lebenserfahrung ins Gespräch einfließen zu lassen. Ein abschließendes Frühstückstreffen soll die Möglichkeit bieten, eine vergleichende Rückschau auf die Lektüren zu werfen, mit weiteren Hinweisen, Anregungen sowie Buchempfehlungen das Thema abzurunden.

Plaudereien über Schriftsteller*innen und ihre Werke (19H-3407)

Sa. 05.10.2019 (14:30 - 16:00 Uhr) - Sa. 04.01.2020 in Überörtlich
Dozentin: Heidemarie Eberle-Ringel

LeseCafé
im „Haus der Bücher“ in Marienheide-Müllenbach

Ringsum Regale voller Bücher – Kinderbücher, Märchenbücher, Schulbücher, Literatur, Kunst und Sachbuch. Das LeseCafé im „Haus der Bücher“ ist der passende Ort für Gespräche über Bücher bei Kaffee und Kuchen. Jeweils ein Schriftsteller steht im Mittelpunkt der Veranstaltungen am 1. Samstag im Monat von 14:30 bis 16:00 Uhr:
5. Oktober 2019: Doris Lessing zum 100. Geburtstag am 22. Oktober
2. November 2019: Michael Ende zum 90. Geburtstag am 12. November
7. Dezember 2019: Theodor Fontane zum 200. Geburtstag am 30. Dezember
4. Januar 2020: Kurt Tucholsky zum 130. Geburtstag am 9. Januar
Literaturfreunde sind herzlich willkommen zu einem oder mehreren oder allen Termine, je nach Interesse. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich. Kommen Sie einfach vorbei!

Oscar Wilde (19H-3408)

Sa. 02.11.2019 10:00 - 16:45 Uhr in Meinerzhagen
Dozentin: Reinhild Essing

Literaturtag in der Villa im Park

"Manchmal bin ich so geistreich, dass ich nicht ein einziges Wort von dem verstehe, was ich sage."
(Oscar Wilde, Die bedeutende Rakete)
Oscar Wilde, geboren 1854 in Dublin, ist nach Shakespeare der meistzitierte Autor englischer Sprache. Zu Lebzeiten wurde er ebenso sehr angefeindet wie bewundert: Seine Gesellschaftskomödien, die von geschliffenen Dialogen und geistreichem Witz leben, feierten Erfolge; er fiel aber auch durch sein Dandytum und seine extravagante Lebensführung auf. Wenige Wochen nach einem seiner größten Erfolge, der Uraufführung der Komödie „Bunbury oder Wie wichtig es ist, Ernst (ernst) zu sein“, folgte sein sensationeller Sturz: Er wurde wegen Homosexualität zu Zuchthaus und Zwangsarbeit verurteilt. Nach seiner Entlassung floh er ins Exil und starb im Jahr 1900, verarmt und gebrochen, in Paris.
Obwohl er nur 46 Jahre alt wurde, hat er ein umfangreiches und vielfältiges Werk hinterlassen: Neben Komödien und Erzählungen schrieb er auch Märchen, Gedichte und Essays. Sein einziger Roman, "Das Bildnis des Dorian Gray", gehört zu seinen berühmtesten Werken, ebenso das am häufigsten verfilmte "Gespenst von Canterville". Weniger bekannt sind seine Märchen, wie zum Beispiel "Der selbstsüchtige Riese", die Schrift "Der Sozialismus und die Seele des Menschen", in der er die Utopie einer Gesellschaft freier Individuen entwirft, oder die "Ballade vom Zuchthause zu Reading", die die unmenschlichen Haftbedingungen beschreibt.
Der Literaturtag wendet sich an alle, die sich für Oscar Wilde interessieren - egal ob Sie den exzentrischen Autor schon kennen und seine weniger bekannten Seiten entdecken möchten, oder ob Sie noch nicht wissen, worin das Geheimnis von Dorian Grays Bildnis oder die Bedeutung von Gurkensandwiches besteht.