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Literatur bei Wein und Brot - Neuerscheinungen des Bücherherbstes (22H-3401)

Fr. 18.11.2022 19:30 - 21:00 Uhr in Kierspe
Dozentin: Ileana Beckmann

Ein Abend bei Wein und Brot, in dessen Mittelpunkt die neuen Bücher dieses Literaturherbstes stehen. Lesenswerte Romane – und vielleicht auch der eine oder andere, den man nicht lesen muss, auch wenn er auf der Bestsellerliste steht. Neue Autorinnen und Autoren – vielversprechende Erstlings- und das eine oder andere Spätwerk. Überraschende Themen, vielversprechende Preisträger, dicke Wälzer und kleine Meisterwerke, Erinnerungen, Abrechnungen, Visionen und Lebensträume mit und ohne Happy End. Ganz angesehen von Krimis für Unerschrockene, verschachtelten Familienepen und rosenduftgetränkten Romanzen. Eine Auswahl empfehlenswerter Neuerscheinungen nicht nur von der Frankfurter Buchmesse, Lesetipps und Anregungen für Literaturfreunde. Weil man schließlich nicht alles lesen, aber vieles bei einem Glas Wein erfahren, erblättern und diskutieren kann.

Rainer Maria Rilke, Duineser Elegien (22H-3402)

Di. 13.09.2022 (17:30 - 19:00 Uhr) - Di. 17.01.2023 in Halver
Dozent: Prof. Dr. Rüdiger Imhof

Literaturkreis

Rainer Maria Rilke (1875–1926) begann seine Duineser Elegien, ein beispielloses Meisterwerk deutschsprachiger Lyrik, während seines zweiten Aufenthalts auf Schloss Duino, der im Oktober 1911 begann und sich, mit zwei kurzen Unterbrechungen, bis zum 8. Mai 1912 erstreckte. Eines Tages gegen Ende 1911, so hat sich Rilke später erinnert, sei es ihm, wohl 200 Fuß über der Adria, so gewesen, als ob im Brausen einer heftigen Bora eine Stimme ihm zugerufen hätte: „Wer, wenn ich schriee, hörte mich denn aus der Engel Ordnung?“. Diese Worte habe er sofort niedergeschrieben und willkürlich, ohne sein eigenes Bemühen, hätten noch einige weitere Verse sich angereiht. Dann sei er in sein Zimmer gegangen, und am Abend sei die erste Elegie vollendet gewesen. Im Januar und den ersten Februartagen 1912 gelingt ihm auch die zweite Elegie. Die Anfänge der dritten, der sechsten, der neunten und einige weitere Bruchstücke werden ihm eingegeben, vor allem der gewaltige Anfang der zehnten. Doch damit ist es für den Augenblick getan. Erst im Spätherbst 1913 sind neue Versgruppen entstanden, und wieder zwei Jahre später, im November 1915, wurde das Vorhandene um eine ganz neue Elegie vermehrt: die vierte. Dann wieder Schweigen und Darben, mehr als sechs Jahre lang. Das Werk, das Rilkes Abkehr vom ‚Dinggedicht’ repräsentiert, bietet eine umfassende Auslegung des menschlichen Daseins überhaupt, einen großräumigen, alles Einzelne in die elegisch-hymnische Strömung reißenden Weltgesang. Die Sorge um die epochale Situation des Menschen bildet den thematischen Kern des Ganzen; es ist die Frage nach der Wirklichkeit eines Geschlechts, das sich in gültigen Veräußerungen nicht mehr glaubhaft bezeugen kann. Eine fast systematisch geordnete Seins- und Lebenslehre wird verkündet, ein ganz unabhängiger, ganz persönlicher Mythos, der seine eigenen ‚Heiligen’ hat, seine Vorbilder und Protagonisten: den Helden, die jungen Toten, die Liebenden, die Engel oder auch den Engel, der ein Sinnbild des Übernatürlichen- Übermenschlichen darzustellen hat, eine Art ‚Pseudonym Gottes’. Was Rilke besingt, ist ein sinnverkehrtes Gegenstück zum Kosmos der christlich-abendländlichen Überlieferung: hierarchisch geordnet zwischen Tieren und Engeln, aber ganz nach ‚innen’ genommen, eine ganz aus Gefühl gemachte, im Unsichtbaren triumphierende Welt. Der neuen, großen Thematik entspricht ein neues Formgesetz: der großbogige Rhythmus, die reimlose Langzeile, das frei fungierende Metrum. Rilkes großartige Elegien sind äußerst anspruchsvoll; doch es lohnt sich sehr, die sinnstiftende Herausforderung anzunehmen und im Kurs gemeinsam zu meistern.

Die Teilnehmer/innen möchten sich bitte zur ersten Sitzung mit der ersten Elegie vertraut machen.

Online-Vortrag: Novalis zum 250. Geburtstag (22H-3403)

Di. 22.11.2022 19:30 - 21:00 Uhr in Kierspe
Dozent: Dr. Nikolaus Schneider

"Die Welt muss romantisiert werden."
Online - Literaturvortrag

Er war Jurist, Bergbauingenieur, Philosoph und Dichter und hat in der kurzen Zeitspanne zwischen 1798 und 1800 Gedichte, philosophische Essays und zwei Romanfragmente geschrieben, die zum Angelpunkt der deutschen Frühromantik wurden. "Romantisieren" bedeutete für Friedrich von Hardenberg (1772–1801), der unter dem Pseudonym "Novalis" veröffentlichte, keine sentimentale Stimmung, sondern die Idee, dass sich alles mit allem durchdringt. Kritisch gegenüber der Aufklärung war er der Überzeugung, dass es nicht ausreicht, die Welt nur mit dem Verstand zu erforschen; unbewusste und mystische Erkenntnisweisen wollte er mit einbeziehen, Poesie und Religion wollte er wieder vereinigen. Der Vortrag wirft einen Blick auf Novalis kurzes Leben und vertieft sich in einige seiner kunstvollen Texte. Dabei schwingt auch die Frage mit: Wie viel Romantik ist heute möglich und zu wünschen?

Dr. Nikolaus Schneider ist Literaturwissenschaftler und Direktor des Kulturellen Forums, der Volkshochschule in Ahaus.

Pfarrerstöchter und Skandalautorinnen: Die Bronte-Schwestern (22H-3404)

Sa. 26.11.2022 10:00 - 16:45 Uhr in Kierspe
Dozentin: Reinhild Essing

Literaturtag

„Ich bin die halbe Nacht aufgesessen und habe Jane Eyre gelesen. Ich kann nicht begreifen, wie irgendein Mädchen solch ein Buch schreiben konnte, und noch dazu ein Mädchen, das auf einem Kirchhof aufwuchs. Es ist etwas an den Brontës, das mich fasziniert. Ihre Bücher, ihr Leben, ihr Geist. Wo haben sie ihn her?“ (Jean Webster, Daddy-Long-Legs)

Die Schwestern Brontë – Anne, Charlotte und Emily, geboren zwischen 1816 und 1820 – verbrachten fast ihr ganzes Leben in dem einsamen Pfarrhaus von Haworth in den Hochmooren von Yorkshire. Ihren Lebensunterhalt verdienten sie sich als Gouvernanten, Charlotte auch als Lehrerin. Dies waren in viktorianischer Zeit die einzig möglichen Berufe für mittellose Frauen ihres Standes. Doch trotz dieser widrigen Umstände schrieben sie Romane, die heute zu den Klassikern der englischen Literatur zählen. Die berühmtesten sind „Jane Eyre“ von Charlotte und „Sturmhöhe“ von Emily, beide 1847 erschienen und mehrfach verfilmt. Ihre Romanheldinnen sind Frauen, die es wagen, ihr Leben in die eigenen Hände zu nehmen, einen Mann über Klassenschranken hinweg zu wählen oder auch zu verlassen. Kein Wunder, dass sie den den viktorianischen Kulturbetrieb in helle Aufregung versetzten.
Heute pilgern mehr als 200.000 Besucher jährlich zu dem Pfarrhaus in Haworth, gleich neben dem Friedhof, auf dem die Schwestern auch begraben liegen. (Alle drei starben recht jung an Tuberkulose.) Ihren dauerhaften Ruhm begründen nicht nur ihre Bücher, ihr Leben selbst ist zum Mythos geworden. „Die Schwestern Brontë sind ein Phänomen: ein literarisches, ein psychologisches, ein gesellschaftliches. Hinter dem Namen steht eine der erstaunlichsten und bizarrsten Legenden der englischen Literaturgeschichte“ schreibt einer ihrer Biografen. Wir werden uns an diesem Tag mit den Romanen und anderen Werken der Brontës beschäftigen – sie haben auch Gedichte geschrieben- sowie Erzählungen zu den Traumreichen „Angria“ und „Gondal“, die sie zusammen mit ihrem Bruder Branwell erfanden – mit ihrem Leben und mit den Gründen für ihre ungebrochene Popularität. Lassen Sie sich einladen zu einem literarischen Ausflug in die unwirtliche Heimat, das oft trostlose Leben und die fesselnden Bücher von Anne, Charlotte und Emily.

First Lady of the World - Die vielen Leben der Eleanor Roosevelt (22H-3405)

Sa. 28.01.2023 10:00 - 16:45 Uhr in Kierspe
Dozentin: Marion Görnig

Biografietag

Eleanor Roosevelt ist Amerikas einzige First Lady, die ihr „Amt“ zwölf Jahre lang ausübte. Drei Wahlperioden, von 1933 bis 1945, war ihr Ehemann, der legendäre Franklin Delano Roosevelt, Präsident der Vereinigten Staaten, in schweren Zeiten, der Großen Depression und zuletzt während des Zweiten Weltkriegs,
dessen Ende er, von schwerer Krankheit gezeichnet und an den Rollstuhl gefesselt, nicht mehr erlebt. Der „New Deal“, das für die USA überraschend „linke“ Programm war seine politische Antwort auf die Wirtschaftskrise der 30er Jahre, den Eintritt in den Weltkrieg hat er lange versucht zu vermeiden. Er wollte sein Land nicht in den Krieg schicken. Pearl Harbour ließ im wenig andere Wahl. (Anm.: Manchmal ähnelt sich die Weltgeschichte, wie man es sich niemals mehr gewünscht hätte)

Eleanor Roosevelt hat eine bemerkenswerte Lebensgeschichte und sie ist eine überaus bemerkenswerte Frau. Sie begnügt sich nicht mit der dekorativen Rolle einer First Lady, sie wird politisch aktiv, hinter und auch vor den Kulissen, nutzt ihren ganzen Einfluss in der Demokratischen Partei. Für ihren Mann ist sie als politische Weggefährtin und Beraterin unverzichtbar und auch als Aktivistin, als Menschenrechtlerin, als Verfechterin humanitärer Anliegen und Projekte, später als Frauenrechtlerin und Friedenbotschafterin wird sie sich in den Jahren nach seinem Tod einen Namen in der Welt machen. Sie bleibt bis heute eine der einflussreichsten und weltweit bewunderten Amerikanerinnen. Und wird ein Rollenmodell für all die First Ladies, die ihre Rolle als Präsidentengattin ähnlich gesehen und gelebt haben, wie Hillary Clinton und Michelle Obama.
Doch nicht nur ihr politisches Leben, auch ihr privates Leben erzählt mehr als nur eine Geschichte. Als ihr Mann untreu ist und es auch bleibt, transformiert sie die Beziehung als Alternative zu einer Scheidung in eine „politische“ Partnerschaft, die sie weiter verbindet, auch wenn sie privat getrennte Leben führen. Sie schöpft neue Stärke aus den persönlichen Verletzungen, findet für sich Rollen und Zugänge zu mehreren Lebensmodellen, von denen sie manche öffentlich, manche aber auch ganz im Geheimen lebt. Um diese vielen Leben und ihre Geheimnisse geht es in unserem Studientag.

Vicki Baum - vom literarischen Ruhm (22H-3407VK)

Mi. 07.12.2022 (19:00 - 20:30 Uhr) - Mi. 14.12.2022 in Überörtlich
Dozentin: Marion Görnig

Sie war der erste Medienstar der deutschen Literatur, die Starautorin der Weimarer Republik und lieferte den Stoff für Hollywood: Vicki Baum (1888 - 1960), gilt als eine der erfolgreichsten deutschsprachigen Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. Aus dem Wien des 19. Jahrhunderts in die Konzertsäle Deutschlands und als Schriftstellerin über das Berlin der Zwanzigerjahre nach New York und Hollywood – Vicki Baum, die von sich sagte, sie sei eine erstklassige Schriftstellerin zweiter Güte“ war eine Frau mit großen Ambitionen und mit großem Herz, in deren Lebensweg sich die Weltgeschichte spiegelt". (KIWI Verlag, Köln) Vicki Baum wächst in Wien auf, wird am Konservatorium ausgebildet und hat ihre ersten Erfolge als Konzertharfenistin. Aus der Musikerin wird eine Schriftstellerin. Der Ullstein Verlag formt ihr Image: Vicki Baum erobert in den Zwanzigerjahren als Redakteurin des Ullstein-Magazins „Die Dame“ und als Vertreterin der Neuen Sachlichkeit den Berliner Boulevard. Sie ist die erste Autorin, die mit einer gezielten Marketingstrategie zur Marke gemacht wird. Ihr Welterfolg "Menschen im Hotel" ebnet ihr den Weg in die USA. Die Verfilmung unter dem Titel "Grand Hotel" mit Greta Garbo wird zum ersten All-Star-Film der Kinogeschichte. In Deutschland gelangen derweil die Nazis an die Macht. Und sie verbrennen die Bücher der Jüdin Vicki Baum als "Asphaltschriftstellerin, die im Ausland gegen das nationale Deutschland hetzt". Sie kehrt nicht nach Deutschland zurück. In Hollywood beginnt sie mit ihrer Familie ein neues Leben und bricht gleichzeitig allein auf, den Rest der Welt für sich zu erobern. Sie bereist ferne Länder, schreibt zahlreiche Romane, die international erfolgreich sind, und führt das facettenreiche Gesellschaftsleben einer Frau von Welt. Vicki Baum bekennt sich in den USA vollkommen zu ihrer neuen Heimat, 1938 wird sie amerikanische Staatsbürgerin. Sie unterstützt den Kampf gegen Hitler, ihr Haus ist Treffpunkt der Emigranten von Pacific Palisades, unter ihnen Heinrich und Thomas Mann. Ab 1940 schreibt sie nur noch auf Englisch, bis zu ihrem Tod bringt sie es auf ein Lebenswerk von rund 40 Titeln, darunter "Hotel Shanghai" und "Liebe und Tod auf Bali". Deutschen Boden hat sie bei all ihren Reisen um die Welt nicht wieder betreten.
Wir werden uns an diesen beiden Abenden dem Leben und Werk Vicki Baums widmen, den frühen Frauenfiguren, die sie geschaffen hat und den exotischen Schauplätzen, die sie nicht losließen.

Der Kurs findet online statt; Sie benötigen nur einen Laptop oder Tablet mit eingebauter Kamera und Mikrofon. Den Link zur Videokonferenz bekommen Sie einige Tage vor dem ersten Termin per Mail von der Kursleiterin zugeschickt.

VHS-Buchclub - Online (22H-3408VK)

Mi. 21.09.2022 (19:00 - 20:30 Uhr) - Mi. 11.01.2023 in Überörtlich
Dozentin: Heidemarie Eberle-Ringel

Ein Leben ohne Bücher? Wenn das für Sie schlichtweg nicht vorstellbar ist, sind Sie hier genau richtig. Wir tauschen in lockerer Runde Leseempfehlungen aus, stellen den anderen Bücher vor, die und einmal etwas ganz Besonderes im Leben bedeutet haben, unvergessliche Lektüre, eine wunderbare Story, Bücher zum Hineintauchen, traurige und heitere, schwere und romantische, hochgelobte und manche vielleicht verkannte. Dass sich daraus Gespräche ergeben über Themen, Figuren, Dichter*innen und so einiges Wundersame, Ungewöhnliche, Erstaunliche und Bedenkenswerte, ist der Sinn der Literatur.