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Erich Kästner - Vom Gesang zwischen den Stühlen (21F-0341)

Di. 16.02.2021 (18:30 - 19:30 Uhr) - Di. 02.03.2021 in Überörtlich
Dozentin: Marion Görnig

Literatur am Dienstag

„Emil und die Detektive“, „Das doppelte Lottchen“ und „Das fliegende Klassenzimmer“. Erich Kästner, der Kinderbuchautor. Einer der ersten in deutscher Sprache und einer der wenigen von Weltgeltung. Seine Kinderbücher sind in mehr als 30 Sprachen übersetzt. Der Kästner für Erwachsene. Ein politischer Schriftsteller. Dessen „Fabian“ durch die taumelnden Welten der ausgehenden Zwanziger Jahre irrt. Der einer der wenigen ist, der berichten kann, wie es sich anfühlt, dabeizustehen, wenn Bücher verbrannt werden. Auch die eigenen. Und darüber schreibt. Der Satiriker und Humorist, dessen Feder spitz ist, aber der zum großen Warner zu höflich ist. Der Lyriker mit dem frivolen Einschlag. Der vom „Herz auf Taille“ dichtet und mit „Dr. Kästners Lyrischer Hausapotheke“ Gedichte als Lebenselixier (ver)schreibt. Der Unterhaltungsschriftsteller, dessen Prosa sinnlich ist und im allerbesten Sinne angelsächsisch. „Drei Männer im Schnee“ und „Der kleine Grenzverkehr“. „Er schrieb von Gut und Böse, von Krieg und Frieden, von Moral und Verbrechen, und jeder wußte, was er gemeint hatte“ (Sven Hanuschek). Er setzte seiner Kindheit ein Denkmal, und seiner Mutter, mit seinen Erinnerungen „Als ich ein kleiner Junge war“. Und ein ganz klein wenig ist er das wohl immer geblieben. Nicht dem melancholischen, oft schwierigen und überaus distanzierten erwachsenen Kästner hat man in seiner Heimatstadt Dresden ein Denkmal gesetzt. In Bronze gegossen sitzt auf der Mauer vor dem Kästner-Museum ein kleiner Junge und lässt die Beine baumeln.
Wir werden uns an diesen drei Abenden mit dem Leben Kästners beschäftigen, der einzigen Frau in seinem Leben und den anderen Frauen in seinem Leben, den leichten und den schweren Zeiten, durch die er sich mit Worten wie auf einem Hochseil rettet.

Der Kurs findet als Videokonferenz online statt. Sie benötigen nur einen Laptop oder ein Tablet mit eingebauter Kamera und Mikrofon. Sie müssen kein Programm herunterladen, sie bekommen von der Kursleiterin einen Link zur Videokonferenz per Mail zugeschickt.

Vor der Tür das Paradies: Geschichten aus dem Garten (21F-0342)

Di. 09.03.2021 18:30 - 20:00 Uhr in Überörtlich
Dozentin: Reinhild Essing

Literatur am Dienstag

Ein chinesisches Sprichwort gibt folgenden Rat:
„Willst du für eine Stunde glücklich sein, so betrinke dich. Willst du für drei Tage glücklich sein, so heirate. Willst du aber ein Leben lang glücklich sein, so schaffe dir einen Garten.“
Und ein arabisches Sprichwort besagt: „Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt.“
Reinhild Essing verbindet in Ihrem Vortrag beides und serviert ein unterhaltsames Potpourri aus Büchern, Geschichten und Gedichten, die von Gärten erzählen.
Auf dem Programm stehen Elizabeth von Arnims Roman "Einsamer Sommer", die Kurzkrimi-Sammlung "Radieschen von unten" oder Gedichte von Goethe bis Gernhardt - um nur ein paar Beispiele aus der reichhaltigen Auswahl zu nennen. Und natürlich Tipps zum Selber- und Weiterlesen!
Der Vortrag findet als Videokonferenz online statt. Sie benötigen nur einen Laptop oder ein Tablet mit eingebauter Kamera und Mikrofon. Sie müssen kein Programm herunterladen, sie bekommen von der Kursleiterin einen Link zur Videokonferenz per Mail zugeschickt.

Streifzüge durch die finnische Literatur (21F-0346)

Di. 20.04.2021 (19:30 - 21:00 Uhr) - Di. 04.05.2021 in Überörtlich
Dozentin: Reinhild Essing

Von Ingenieuren, Trollen und Selbstmördern

Literaturtag

"Der ärgste Feind der Finnen ist die Melancholie: Trübsal, grenzenlose Apathie. [...] Das finstere Gemüt ist ein schlimmerer Feind als einst die Sowjetunion. Die Finnen sind jedoch ein Volk von Kämpfern. Nachgeben gilt nicht. Ein ums andere Mal rebellieren sie gegen den Tyrannen." - Arto Paasilinna

Der in Deutschland bekannteste finnische Autor ist wohl Arto Paasilinna, der Verfasser zahlreicher humoristischer Romane, der jedem Thema - sogar dem Tod - eine heitere Seite abgewinnt. Doch die finnische Literatur hat viel mehr zu bieten. Zum Beispiel Hannu Raittilas "Wasser-Trilogie", in der fünf Finnen im Auftrag der UNESCO nach Venedig reisen, um die Stadt vor dem Versinken zu retten, ein größenwahnsinniger Geschäftsmann im Saimaa-See, dem größten des "Lands der tausend Seen", Unterwasser-Tourismus entwickeln will und ein Open-Air-Spektakel bei sintflutartigem Regen im Schlamm zu versinken droht. Oder Krimis um so verschiedene Ermittler wie einerseits Leena Lehtolainens coole junge Kriminalkommissarin Maria Kallio und andererseits Sirii, Irma und Anna-Liisa: drei uralte, aber rüstige Damen, die in Minna Lindbergs Romanen den seltsamen Geschehnissen in ihrer Seniorenresidenz auf den Grund gehen. Oder die bekannteste finnlandschwedische Autorin, Tove Jansson, die Erfinderin der "Mumins", kleiner nilpferdartiger Trollwesen, die weltweit - und nicht nur bei Kindern - bekannt und beliebt sind.
Der Literaturtag gibt einen Überblick über die finnische Literatur, vom Nationalepos "Kalevala" über Klassiker wie Frans Emil Sillanpää, den bisher einzigen finnischen Literaturnobelpreisträger, bis zu jungen Autorinnen wie Sofi Oksanen, die in ihren Romanen und Theaterstücken Probleme der Gegenwart thematisiert. Buchvorstellungen, Ausschnitte aus Texten, Filmen, Hörbüchern und Gespräche wechseln dabei ab. Egal ob Sie schon finnische Romane gelesen haben oder einfach neugierig sind auf Land, Leute und Literatur, Sie sind herzlich eingeladen zu einem unterhaltsamen und anregenden Literaturtag.

Literatur bei Wein und Brot - Neuerscheinungen des Bücherfrühlings (21F-0347)

Fr. 23.04.2021 19:30 - 21:00 Uhr in Überörtlich
Dozentin: Hiltrud Schulte

Online-Literaturabend

Auch wenn die Leipziger Buchmesse im Mai nur digital stattfinden wird – neue Bücher gibt es auf jeden Fall "in echt". Es wurde geschrieben und gedruckt und in die Buchläden werden sie einziehen, die Neuerscheinungen dieses Bücherfrühlings. Im Mittelpunkt die neuen Bücher dieses Frühjahrs, lesenswerte Romane, vielversprechende Erstlings- und grandiose Lebenswerke. Überraschende Themen, Preisträger, dicke Wälzer und kleine Meisterwerke, Krimis für Unerschrockene, große Familienepen und kleine Romanzen. Eine Auswahl empfehlenswerter Neuerscheinungen, Lesetipps und Anregungen für Literaturfreunde.

Der Vortrag findet als Videokonferenz online statt. Sie benötigen nur einen Laptop oder ein Tablet mit eingebauter Kamera und Mikrofon. Sie müssen kein Programm herunterladen, sie bekommen von der Kursleiterin einen Link zur Videokonferenz per Mail zugeschickt.

Shakespeare-Tragödien: Richard III, Othello, Macbeth (21F-3402)

Di. 18.05.2021 (17:30 - 19:00 Uhr) - Di. 24.08.2021 in Halver
Dozent: Prof. Dr. Rüdiger Imhof

Literaturkreis

William Shakespeare (auch Saxper, Shakspere, Shakesper, Shakspeare: Man hielt es damals nicht so genau mit der Rechtschreibung) wurde 1564 am 22. oder 23. April geboren. Das exakte Geburtsdatum ist nicht auszumachen. Gern wird der 23. angenommen, weil Shakespeare dann am gleichen Monatstag geboren worden wäre, an dem er 1616 starb. Als er 18 Jahre alt war, ehelichte ihn die acht Jahre ältere und schwangere Anne Hathaway. Böse Zungen sprechen von einer ‘Shotgun Wedding’. Ende der achtziger Jahre begab Shakespeare sich nach London. Vermutlich schloss er sich einer fahrenden Theatertruppe an, die in Stratford-upon-Avon gastiert hatte. Er soll sich zunächst um die Pferde der Besucher der öffentlichen Schauspielhäuser ‚Theatre’ oder ‚Curtain’ gekümmert haben. Doch bereits nach wenigen Jahren trat er als Schauspieler, Lyriker und Stückeschreiber hervor – sehr zum Leidwesen der sog. „university wits“, mit welcher Bezeichnung Literaten (vielfach ebenfalls Stückeschreiber) gemeint waren, die eine Universität besucht hatten und nicht verwinden konnten, dass jemand, der über „ein bisschen Latein und noch weniger Griechisch“ (Ben Jonson) verfügte, solche exzellenten Werke zustande gebracht haben sollte. Bis heute gilt Shakespeare als bester Dramatiker der Weltliteratur für viele.
Im Mittelpunkt der historischen Tragödie Richard III (1592/93) steht Richard von Gloucester, später König Richard III.. Die starren Charakterzüge, die Richards Handeln bestimmen, Machtwille und Menschenverachtung, liegen von Anfang an offen zutage. Richard selbst erklärt bei seinem ersten Auftritt, dass er entschlossen ist, ein Bösewicht zu sein: ein Vorsatz, den er vollauf verwirklicht, indem er sich mit Heuchelei, Verrat, Meineid und Meuchelmord den Weg zum Königsthron bahnt. Shakespeare deutet die totale Gefühlskälte seines von Geburt an missgestalteten Protagonisten als unbefriedigtes, pervertiertes Liebesbedürfnis eines vom Schicksal schuldlos Benachteiligten. Auf dem Höhepunkt seines Schaffens, in der ersten Dekade des 17. Jahrhunderts, schrieb er die Tragödien Othello (1604) und Macbeth (1606). Warum fällt Othello seiner Eifersucht, dem „grünäugigen Monster“, anheim? Weil er ein aufgeblasener Egomane ist? Was motiviert Iago zu seiner intriganten Übeltat? Handelt Macbeth, indem er seinen König ermordet, aus übertriebenem Ehrgeiz in einer Welt, in der das Böse regiert?
Dies sind nur einige Fragen, auf die im Kurs Antworten gegeben werden sollen. Zudem wollen wir einen Blick darauf werfen, wie die Stücke gemacht sind, also auf die kompositorische Struktur der Dramen. Und zu guter Letzt wird versucht, die Situation im Theater der damaligen Zeit zu vergegenwärtigen.

Als Textgrundlage kommt eigentlich jede deutschsprachige Übersetzung der drei Dramen in Betracht. Besonders zu empfehlen sind die Schlegel/Tieck-Übertragungen sowie die zweisprachigen Reclam-Ausgaben. Die Teilnehmer/innen am Kurs sollten sich zur ersten Sitzung mit Richard III vertraut gemacht haben.

Lesecafé: Bessere Welten (21F-3404)

So. 16.05.2021 (16:00 - 17:30 Uhr) - Mi. 30.06.2021 in Herscheid
Dozentin: Monika Petsos

Einladung ins Lesecafé fünf+eins

Sich eine bessere Gesellschaft und Zukunft vorstellen zu können, gehört zu den menschlichen Grundeigenschaften. Gerade Umbruchs- und Krisenzeiten liefern den idealen Nährboden für die Sehnsucht nach neuen, alternativen Lebensentwürfen. Entsprechend schreiben Literaten über Sehnsuchtsorte und Visionen utopischer Gemeinschaften.

Die Protagonisten unserer Lektüren finden ihr Paradies im verstrahlten Niemandsland, in der Abgeschiedenheit eines Lama-Klosters oder realisieren ihren Traum von einer besseren Gesellschaft am Prenzlauer Berg und in den Tiefen nordkanadischer Wälder. Für ein freiheitliches, selbstbestimmtes Leben mit Gleichgesinnten bis ins hohe Alter hinein nehmen sie Unbequemlichkeiten, Härten und Gefahren in Kauf. Lebensmodelle begegnen uns, die nur erdacht möglich sind und solche, die ausprobiert wurden und Personen, die den ersten Schritt zur Veränderung gewagt haben. Wir befragen die unterschiedlichen Lebensentwürfe nach ihrer Realisierbarkeit, ihrer Funktion, ihrem Verhältnis zur Gegenwart und dem Zeitgeist, der dahintersteht.

Verbinden wir das Erstschönste mit dem Zweitschönsten, lesen wir Bücher und reden wir darüber. Jeder ist eingeladen, in entspannter Atmosphäre bei Kaffee, Tee und Gebäck seine eigene Lese-, Sehnsuchts- und Lebenserfahrung ins Gespräch einfließen zu lassen.
Ein abschließendes Frühstückstreffen soll die Möglichkeit bieten, eine vergleichende Rückschau auf die Lektüren zu werfen, mit weiteren Hinweisen, Anregungen sowie Buchvorstellungen das Thema abzurunden.

John Galsworthy - Die Forsyte Saga (21F-3405)

Mi. 19.05.2021 19:00 - 20:30 Uhr in Kierspe
Dozentin: Marion Görnig

Literaturabend

1932 bekam John Galsworthy für seinen mehrbändigen Romanzyklus über die Geschichte der Familie Forsyte den Nobelpreis für Literatur. Mit großem psychologischen Einfühlungsvermögen und kunstvoll ironischer Empathie beschreibt er darin das Schicksal einer viktorianischen Familie über mehrere Generationen hinweg. Thomas Mann nannte ihn einen „dichterischen Historiker des englischen Bürgertums“.
1967 verfilmte die BBC in sechsundzwanzig Folgen die beiden Hauptzyklen des Familienepos und machte damit Fernsehgeschichte. Das öffentliche Leben stand still, wenn die Forsyte Saga lief, sogar Parlamentsdebatten wurden wegen der Sendetermine verschoben. Die BBC verkaufte die Rechte in fast alle Länder der Erde. Ephraim Kishon widmete diesem auch in Israel gesendeten Fernsehereignis eine hinreißende Satire. Und entlarvte in ihr selbst die einbrechende Unterwelt als Fans der dramatischen Geschichte um den reichen, hartherzigen Anwalt Soames, die schöne, leidende Irene, den gefühlvollen, gegen die Gesellschaft rebellierenden Jolyon und den Architekten Philip Bosinney, dessen Traum von Liebe und Kunst in einer nebligen Londoner Nacht in einem verzweifelten Tod sein Ende findet.
Der Literaturabend ist diesem großen Werk der englischen Literatur gewidmet und dem Leben des Autors John Galsworthy, dessen Biografie den Titel „Gentleman und Poet“ trägt.

Der Herr der Ringe - J.R.R. Tolkien (21F-3407)

Sa. 21.08.2021 10:00 - 16:45 Uhr in Kierspe
Dozentin: Marion Görnig

Literaturtag

„Ich bin der festen Überzeugung, dass die Erforschung des Lebenswegs eines Autors eine völlig vergebliche und falsche Annäherung an seine Werke darstellt.“ (J.R.R. Tolkien)

Auch wenn der große Meister davon nichts hält, wir tun es trotzdem. Wir schauen auf das Leben des Oxforder Gelehrten, der plötzlich, während er Arbeiten seiner Studenten korrigiert, einen Satz notiert, den ersten Satz eines Werks, das ihn weltberühmt machen wird: „In a hole in the ground there lived a Hobbit.“
Geboren ist John Ronald Reuel Tolkien 1892 in Südafrika, in Bloomfontein. Als sein Vater dort stirbt, kehrt seine Mutter mit ihren beiden kleinen Söhnen in die Heimat England zurück. Ihr ebenfalls früher Tod macht die beiden Jungen zu Waisen, eine Kindheit in Armut weist mit keinem Hoffnungsschimmer darauf hin, dass aus John einmal ein gelehrter Professor und einer der größten Autoren des 20. Jahrhunderts werden könnte. Der 1. Weltkrieg, die Schlacht an der Somme, der Tod seiner engsten Freunde, ein Gefährtenkreis an der Universität, eine beharrlich erkämpfte Jugendliebe, eine Sprache, die er selbst erfindet, all das sind Stationen, Quellen, Wegmarken, die schließlich in seinem großen Werk „Der Herr der Ringe“ münden. So sehr er das auch bestreiten mag.