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Ausstellungsbesuch in Wuppertal

Als Beitrag zum Jubiläums-Jahr 2020, mit dem in Wuppertal der 200. Geburtstag von Friedrich Engels gefeiert wird, geht das Von der Heydt-Museum in einer Ausstellung der Frage nach, wie sich die kulturellen und sozialen Aspekte der Industrialisierung in der Kunst des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart niedergeschlagen haben. Denn das im Zuge der industriellen Revolution entstandene neue Wirtschaftssystem des Kapitalismus, dessen Grundlagen Marx und Engels kritisch analysierten, hat nicht nur zu technischem Fortschritt und kultureller Weiterentwicklung, sondern auch zu heftigen sozialen Konflikten geführt.
Das Wupper-Tal, Geburtsort von Friedrich Engels, war im 19. Jahrhundert ein Zentrum der Textilindustrie, war ein Ausgangspunkt des industriellen Aufschwungs mit seiner weltbewegenden Dynamik. Die Porträtmalerei kam hier zu hoher Blüte und spiegelt das neue Selbstbewusstsein des Wirtschaftsbürgertums. An den zahlreichen, malerisch höchst qualitätsvollen Bildnissen des Düsseldorfer Künstlers Heinrich Christoph Kolbe lässt sich eindrücklich ablesen, wie das Bürgertum Reichtum mit Frömmigkeit und Fleiß begründete. Aus dem Verantwortungsgefühl für die sozial Benachteiligten resultierte ein starkes privates Engagement der Wuppertaler Unternehmer für die Verbesserung der Lebensverhältnisse. Die Verdienste wurden in Denkmälern wie dem bekannten „Armenpflegedenkmal“ des Bildhauers Neumann-Torburg gewürdigt. Andererseits thematisierten Künstler der Düsseldorfer Malerschule die schwierigen Lebensbedingungen des Proletariats. Unter dem Einfluss des Naturalismus setzten sich Künstler*innen wie Max Klinger und Käthe Kollwitz seit den 1880er Jahren in ihrer Graphik intensiv mit der Misere des Proletariats auseinander. Mit einer unheilvollen Allianz aus Industrie und Militarismus markierte der Erste Weltkrieg eine zeitgeschichtliche Zäsur. Die Auswirkungen des Krieges führten zu einer Verschärfung der gesellschaftlichen Probleme. In der angespannten Nachkriegssituation wandten sich Künstler wie u. a. Conrad Felixmüller, George Grosz, Otto Dix, Max Beckmann sowie die Kölner Progressiven um Heinrich Hoerle und Franz Wilhelm Seiwert gesellschaftskritischen und linksgerichteten politischen Bestrebungen zu.

Info:

Kosten vor Ort: 10,00 € Eintritt und 9,00 € anteilig für die Führung

Treffpunkt: Foyer des Von-der-Heydt-Museums Wuppertal, Turmhof 8


Gebühr

0,00 € €


Termin(e)

So. 31.01.2021, 14:00 - 16:15 Uhr


Dozent/in

Datum Zeit Ort
31.01.2021 14:00 - 16:15 Uhr Treffpunkt: Foyer des Von-der-Heydt-Museums Wuppertal, Turmhof 8