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Veranstaltung "Astrid Lindgren" (Nr. 3403) ist für Anmeldungen nicht freigegeben.

Johann Wolfgang von Goethe - Faust, Teil I (24F-3402)

Di. 13.02.2024 (17:30 - 19:00 Uhr) - Di. 04.06.2024 in Halver
Dozent: Prof. Dr. Rüdiger Imhof

Literaturkreis

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts, als eine gähnende Unruhe alle Stände des deutschen Volkes erfasste, zog ein Scharlatan durch Schwaben und Hessen. Er hieß Doktor Georg Faust, stammte aus Knittlingen und nannte sich ‚Magister Georgius Sabellicus, Faustus junior, Urquell der Schwarzkunst, Sterndeuter, zweiter Magus, Chiromant, Schatzgräber, Feuerwerker und zweitgrößter Quellforscher’. Unreinen Gewissens richtete er Unheil an und verkam auf der Landstraße. Dieses Mannes bemächtigte sich bald nach seinem Tode die Legende. Schon in dem 1587 erschienenen Volksbuch Historia von D. Johann Fausten war er als Zauberer und Bösewicht dargestellt, der nach gottlosem Leben zusammen mit seinem schwarzen Hund vom Teufel geholt wird.
Goethe lernte schon als Knabe den damals als besonders aktuell empfundenen Stoff kennen und trug sich seit 1771 mit dem Gedanken einer eigenen Faustdichtung. Im Jahr 1774 entstand der Urfaust, und in den folgenden Jahren arbeitete Goethe in zeitlichen Abständen weiter an dem Werk. Schließlich wurde der Tragödie Erster Teil im April 1806 vollendet. Erst in dieser seiner jetzigen Fassung hat Goethes Faustdichtung die Welt erobert. Die Liebe vieler Menschen gehört seither Gretchen, der holdesten Verkörperung klassischer deutscher Weiblichkeit. Das Wechselspiel zwischen Faust und Mephistopheles hat sein Wesen aus Goethes mächtigen Tiefen und aus seinem Wissen um Abgrund und Zerstörung empfangen. Die Welthaftigkeit des Stückes aber rührt letzten Endes von den kosmischen Bezügen her, die durch die Wette zwischen Gott und Teufel um Fausts Seele Fausts Schicksal über alles Individuelle hinaus zum Gleichnis für menschliches Los überhaupt erhebt. Für Goethe wurde Faust „der Unmensch ohne Rast und Ruh“, der Titan, der alle Grenzen des Menschseins durchbrechen möchte, um zu erkennen, „was die Welt im Innersten zusammenhält“, im großen Drama des Menschen überhaupt, um dessen unruhvoll suchendes, irrendes und strebendes Herz Himmel und Hölle im Streit liegen.
Als Textgrundlage kann jede Faust-Ausgabe dienen, wobei diejenige im C.H. Beck Verlag besonders empfohlen sei. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mögen sich bitte für die erste Sitzung mit den ersten Szenen vertraut machen.

Astrid Lindgren (24F-3403)

Sa. 08.06.2024 10:00 - 16:45 Uhr in Kierspe
Dozentin: Reinhild Essing

Literaturtag

„Man muss sich selbst als Kind erleben, wenn man für Kinder schreibt. Man trägt ja alle Alter in sich. Manchmal schaut das eine hervor, manchmal das andere.“ - A. L.

Wer kennt sie nicht, die Kinder aus Astrid Lindgrens Büchern: Pippi Langstrumpf, Kalle Blomquist, Michel und Madita und all die anderen? „Ich wollte nicht Bücher schreiben. Aber als ich angefangen hatte, war es schwer aufzuhören“, hat sie gesagt. Und so wurden es ganz viele Bücher in ihrem langen Leben, die sie in aller Welt berühmt machten. „Wie kann ein einzelner Mensch Kinder verstehen wie kein anderer? Wie kann es nur angehen, dass ein Mensch so schreibt, dass die Kinder auf der ganzen Welt lieben, was dieser Mensch schreibt?“ fragt ihre Biografin Kerstin Ljunggren. Andererseits ist sie – von den Erwachsenen! - auch heftig angefeindet worden, z.B. für die 'ungezogene Göre' Pippi oder „Die Brüder Löwenherz“, ihr trauriges Märchen über den Tod.
Wir werden uns an diesem Tag mit Astrid Lindgrens Leben beschäftigen: ihrer eigenen Kindheit – wie sie zum Schreiben kam – ihrer Arbeit als Sekretärin und Verlagslektorin – ihrem unermüdlichen Einsatz für die Rechte der Kinder, für Not leidende Menschen und auch für Tiere. Mit den Orten, an denen sie lebte und wo ihre Geschichten spielen, vom Hof Näs in Vimmerby über die Villa Kunterbunt und Saltkrokan bis Taka-Tuka-Land. Und natürlich vor allem mit ihren Büchern, den berühmten und den weniger bekannten, den Kinderbüchern, aber auch den Texten für Erwachsene wie z.B. „Pomperipossa in Monismanien“ oder der kleinen Geschichte über die große Liebe ihrer Eltern, „Samuel August von Sevedstorp und Hanna in Hult“, oder den Artikeln, die sie selbst über ihre Bücher geschrieben hat.
Alle, die Astrid Lindgrens Bücher durch die Kindheit begleitet haben, die heute noch gern ihre oder andere Kinderbücher lesen und die sich selbst noch manchmal als Kind erleben – ebenso alle, die sich für Kinderliteratur überhaupt interessieren, für die Frage, was ein gutes Kinderbuch ausmacht und was das Besondere an denen von Astrid Lindgren ist - sind herzlich dazu eingeladen - und werden gebeten, ihre eigenen Lindgren-Bücher mitzubringen.

Ausfall: Golda Meir - Die einzige Frau im Raum

Sa. 24.08.2024 10:00 - 16:45 Uhr in Kierspe
Dozentin: Marion Görnig

Biografietag


Golda Meir war eine der inspirierendsten Frauen ihrer Zeit. Geboren in Kiew als Tochter eines verarmten Zimmermanns wurde sie der vierte Premierminister Israels. Und damit die erste Premierministerin. Nicht umsonst nannte Pnina Lahav ihre "feministische Biografie" über Golda Meir und ihren Weg zur politischen Spitze "The only Woman in the Room".
Golda Meirs früheste Erinnerung ist die an ihren Vater, der die Eingangstür des Hauses gegen die Horden eines Pogroms verbarrikadiert. 1906 emigriert die Familie in die USA, wo Meir all den gesellschaftlichen und politischen Debatten begegnet, die für sie wichtig werden, über Zionismus, Frauenwahlrecht, Literatur und Sozialismus - und sich aktiv beteiligt. Sie wird Lehrerin, emigriert mit ihrem Mann nach Palästina, lebt mit ihm in einem Kibbuz. Von jeher politisch aktiv, wird sie Israels erste Gesandte in Moskau und schließlich 1969 die erste gewählte Ministerpräsidentin. Über ihre Memoiren mit dem Titel "Mein Leben" schrieb Simon Montefiore: "Die fesselnden Erinnerungen einer bemerkenswerten Frau, die ganz nach oben aufstieg in einer Männerwelt. Eine bezwingende politische Erzählung über Mut und Kampf, Macht und Führungskraft, Krieg und Krise - und der Entstehung Israels."

Ausfall: Dorothy L. Sayers - Online

Di. 18.06.2024 (19:00 - 20:30 Uhr) - Di. 25.06.2024 in Überörtlich
Dozentin: Marion Görnig

Von Glocken, Kirchen und Krimis

„Die Seilschlaufe, die es vor und während des Läutens einer Glocke in der Hand zu halten gilt, gibt dem Lernenden stets neue Rätsel auf; sie schlägt ihm ins Gesicht oder schlingt sich um seinen Hals (in welchem Fall er sich gar daran erhängen kann!)“
Troyte: Über das Wechselläuten

Schuld und Sühne, wo stellt sich diese zentrale Frage des Kriminalromans angemessener als in einer Kirche. Das Jüngste Gericht allgegenwärtig, die letzte Frage „Was hast du getan“, die Erlösung von der Schuld, Sündenfall, Schlange und der verbotene Apfel vom Baum der Erkenntnis, ein Brudermord und dreißig Silberlinge für den Verräter. Heilige Stätten, hoch in den Himmel aufragend, trotz der Last der Geschichte. In keinem anderen literarischen Genre als dem Krimi ist so oft eine Kirche der Schauplatz des Geschehens. Wenn nicht gar ein Mann Gottes selbst zur Detektivfigur wird wie Chestertons Pater Brown. Dorothy L. Sayers (1893-1957) war dem Thema als Tochter eines Pfarrers ohnehin sehr nah. Als sie keine Kriminalromane mehr schrieb, widmete sie sich ganz religiösen Themen. Der Peter-Wimsey-Roman „Der Glocken Schlag“ (engl. The Nine Tailors) ist ihr Kirchenkrimi, Fenchurch St. Paul in den Fens eine literarische Erinnerung an die Dorfkirche ihres Vaters in den einsamen nebligen Landschaften Norfolks.
Wir werden uns mit der Biografie dieser großen „Klassikerin“ des englischen Kriminalromans beschäftigen und der Ausgangsfrage nach Schuld und Sühne, der Verbindung von Religion und Kriminalroman.

Der Kurs findet als Videokonferenz online statt. Sie benötigen nur einen Laptop oder ein Tablet mit eingebauter Kamera und Mikrofon. Sie müssen kein Programm herunterladen, sie bekommen von der Kursleiterin einen Link zur Videokonferenz per Mail zugeschickt.