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Geschmacklose Zutaten in unserem Essen (22H-1101)

Mi. 14.09.2022 19:30 - 21:00 Uhr in Herscheid
Dozent: Dominik Groß

Wie Menschenrechtsverletzungen den Appetit verderben

In Zusammenarbeit mit der Christlichen Initiative Romero e.V., Münster

Die Auswahl in unseren Supermärkten ist schier grenzenlos. Wir sind daran gewöhnt, dass wir jedes Lebensmittel bekommen können, egal zu welcher Zeit oder Erntesaison. Bilder in Prospekten und auf Verpackungen zeichnen das Bild einer heilen Welt. Doch die Produkte in den Regalen enthalten oft „geschmacklose” Zutaten: Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung. Von Industrie und Handel erhalten Verbraucher*innen darüber keine Informationen. Doch Fakt ist, dass Menschen und Natur, vor allem im Globalen Süden, unter unserem Konsum leiden. Sklavenähnliche Arbeitsbedingungen in der brasilianischen Orangenernte oder Landraub an indigenen Gemeinden für das Palmöl in unseren Einkaufskorb sind an der Tagesordnung.
Dominik Groß zeigt anhand ausgewählter Produkte auf, wo die Probleme liegen und diskutiert Wege heraus aus dem „kaputten globalen Nahrungsmittelsystem“. Haben Verbraucher*innen die Macht, durch ihren Einkauf etwas zu bewirken – etwa, indem sie nachhaltig-zertifizierte Produkte kaufen – oder braucht es ganz andere Lösungen?
Die Christliche Initiative Romero (CIR) setzt sich seit 1981 für Arbeits- und Menschenrechte in Mittelamerika ein. Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Unterstützung von Basisbewegungen und Organisationen in Nicaragua, El Salvador, Guatemala und Honduras sowie die Kampagnen- und Bildungsarbeit in Deutschland. Mit dem paneuropäischen Projekt „Our Food. Our Future“ setzt sich die CIR für Faire Lebensmittellieferkette ein und gibt Stimmen dem globalen Süden eine Stimme im Diskurs.  Dominik Groß ist Kampagnenleiter für die CIR.

Erneuerbare Großprojekte: Wälder, Klima, Desertec, Offshore, Wasserstoff (22H-1102)

Do. 29.09.2022 19:30 - 21:00 Uhr in Meinerzhagen
Dozent: Dr. Thomas Isenburg

Seit der industriellen Revolution hat die Menschheit mit seinem sich immer weiter ausdehnenden ‚footprint‘ und Energiehunger erhebliche Mengen Kohlendioxid in die Atmosphäre abgegeben. Das führt unbestritten zu einer Erderwärmung mit verheerenden Konsequenzen für die noch wachsende 8+ Milliarden Weltbevölkerung. Deswegen sind in allen Regionen, wo (noch) fossile Brennstoffe für die Energieversorgung verwendet werden, Lösungswege gefragt, die möglichst rasch zu einer Wirtschaftsweise ohne Kohlendioxidemissionen führen. Hierzu arbeiten Paul van Son als Energiemanager und Thomas Isenburg als Wissenschaftsjournalist. Sie sind von der Problematik fasziniert und ergänzen sich perfekt als langjährige Mitstreiter für eine international sichere, bezahlbare und emissionsfreie Energieversorgung. Paul war lange Zeit in der traditionellen „fossilen“ und „Kernenergie“ Energiewirtschaft tätig und hat sich in 2001 zu "Grünem Strom“ und Nachhaltigkeit an sich bekehrt. Eine Gruppe von hauptsächlich deutschen Unternehmen hat ihm 2009 die Leitung des „Desertec Industrial Initiative“ (Dii) erteilt, dass sich in 2022 unter dem Nenner Desertec 3.0 als Wegbereiter für die arabischen Wüstenländer als „Powerhouse“ für sich selbst und für die Welt stark macht. Thomas wurde insbesondere vom Waldsterben getroffen. Das hat ihn zum Denken über Klima und Energietransition bewegt hat. Er sieht neben der Rolle der Wüsten auch die große Bedeutung der Ozeane, insbesondere Offshore-Wind, in einem beschleunigten Abbau von Kohlenstoffemissionen.

Der Vortrag spiegelt die Themen des gerade entstehenden, fast fertigen neuen Buches „Was ist, wenn uns die Energie ausgeht? Erneuerbare Quellen in Wüsten und Meeren um Europa". Es ist eine ‚menschennahe‘ Einführung in die Thematik des Klimawandels, Waldsterben, Energiekrisen, hohe Preise, Geopolitik, local jobs, dichtbesiedelte Regionen mit wenig Energie (z. B. Europa), dünnbesiedelten Regionen mit viel Energie, Wüsten und Ozeanen. Wie ist die Zielsetzung einer sicheren, bezahlbaren und emissionsfreien Energieversorgung mit Einsatz der Wüsten und Ozeane und mehr Vernunft auf der Verbraucherseite zu realisieren?

Dr. Thomas Isenburg ist Autor des Buches: „Energiewende in der Wüste“, das inzwischen in mehrere Sprachen übersetzt ist.