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Literaturkreis

Ulysses (1922) erzählt die Geschichte von Leopold Bloom, seiner Ehefrau, Molly, und Stephen Dedalus, dem Sohn eines Bekannten der Blooms. Das wäre nichts Außergewöhnliches; denn in der Regel zeichnet ein Roman das Leben einer oder mehrerer Figuren bzw. wesentliche Abschnitte desselben nach. Joyce beschränkt sich allerdings auf vierundzwanzig Stunden – einen Tag, den 16. Juni 1904, an dem er zum ersten Mal mit seiner Lebensgefährtin und späteren Ehefrau, Nora Barnacle, ausgegangen war. Warum? Diesen Tag gestaltet er mit beispielloser geografischer, historischer, sozialer etc. Genauigkeit, sodass man Dublin wiederaufbauen könnte, sollte es denn niedergebrannt sein. Warum? Joyce stellt nicht nur die äußere Wirklichkeit akribisch dar, sondern auch die Innenwelt, das Bewusstsein seiner Figuren mit Hilfe von indirekter Rede, innerem Monolog und der sog. Bewusstseinsstrom-Technik. Das erste Kapitel verfügt über nur wenige gedankliche Einsprengsel; im zweiten finden sich derer schon mehr; im dritten bildet die äußere Wirklichkeit nur einen schmalen Rahmen für die immense Gedankenwelt des Stephen Dedalus; und das letzte besteht aus dem mehr als fünfzigseitigen Gedankenstrom der Molly Boom, ehe diese am frühen Morgen des 17. Juni einschläft – aber ohne jegliche Interpunktion, was den Lese- und Verstehensprozess nicht eben erleichtert. Nicht genug damit. Das Handlungsgefüge seines Werkes gründet er auf Figuren und Episoden aus Homers Odyssee. Die ersten sechs Kapitel sind im sog. „initial style“ (Anfangsstil) verfasst: Ein nicht näher identifizierbarer, allwissender Erzähler präsentiert das Geschehen mehr oder minder sachlich, objektiv und mischt dort hinein sprachliche Elemente, die den Gedanken der Figuren entnommen sind. Warum? Fragen über Fragen, auf die das Seminar Antworten zu geben sucht.
Ulysses ist ohne Frage ein schwieriger Text, vielleicht einer der komplexesten der Weltliteratur. So denken viele und verkennen leicht dabei, dass der Roman sehr amüsant und komisch ist. Doch es ist sein komplexes Wesen, das ihn besonders dafür empfiehlt, ihn gemeinsam in einer Gruppe zu enträtseln.
Als Text empfiehlt sich die Übersetzung von Hans Wollschläger im Suhrkamp-Verlag. Diese ist in unterschiedlichen Ausgaben (z.B. annotiert und nicht-annotiert) verfügbar, wobei die annotierte vorzuziehen wäre. Antiquariate offerieren preisgünstige Exemplare.

Bei sehr vielen Anmeldungen besteht die Möglichkeit, den Kurs zu teilen.


Gebühr

57,20 € €


Zeitraum

Di. 15.09.2020 - Di. 12.01.2021, 17:30 - 19:00 Uhr


Kursort


Dozent/in

Datum Zeit Ort
15.09.2020 17:30 - 19:00 Uhr Halver, Bürgerzentrum im Lern- u. Begegungszentrum, Mühlenstr. 2
22.09.2020 17:30 - 19:00 Uhr Halver, Bürgerzentrum im Lern- u. Begegungszentrum, Mühlenstr. 2
29.09.2020 17:30 - 19:00 Uhr Halver, Bürgerzentrum im Lern- u. Begegungszentrum, Mühlenstr. 2
06.10.2020 17:30 - 19:00 Uhr Halver, Bürgerzentrum im Lern- u. Begegungszentrum, Mühlenstr. 2
27.10.2020 17:30 - 19:00 Uhr Halver, Bürgerzentrum im Lern- u. Begegungszentrum, Mühlenstr. 2
03.11.2020 17:30 - 19:00 Uhr Halver, Bürgerzentrum im Lern- u. Begegungszentrum, Mühlenstr. 2
10.11.2020 17:30 - 19:00 Uhr Halver, Bürgerzentrum im Lern- u. Begegungszentrum, Mühlenstr. 2
17.11.2020 17:30 - 19:00 Uhr Halver, Bürgerzentrum im Lern- u. Begegungszentrum, Mühlenstr. 2
24.11.2020 17:30 - 19:00 Uhr Halver, Bürgerzentrum im Lern- u. Begegungszentrum, Mühlenstr. 2
01.12.2020 17:30 - 19:00 Uhr Halver, Bürgerzentrum im Lern- u. Begegungszentrum, Mühlenstr. 2
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