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Literatur bei Wein und Brot - Neuerscheinungen des Bücherfrühlings (22F-3401)

Fr. 29.04.2022 19:30 - 21:00 Uhr in Kierspe
Dozentin: Hiltrud Schulte

Ein Abend bei Wein und Brot, in dessen Mittelpunkt die neuen Bücher dieses Literaturfrühlings stehen. Lesenswerte Romane – und vielleicht auch der eine oder andere, den man nicht lesen muss, auch wenn er auf der Bestsellerliste steht. Neue Autorinnen und Autoren – vielversprechende Erstlings- und das eine oder andere Spätwerk. Überraschende Themen, vielversprechende Preisträger, dicke Wälzer und kleine Meisterwerke, Erinnerungen, Abrechnungen, Visionen und Lebensträume mit und ohne Happy End. Ganz angesehen von Krimis für Unerschrockene, verschachtelten Familienepen und rosenduftgetränkten Romanzen. Eine Auswahl empfehlenswerter Neuerscheinungen von der Leipziger Buchmesse, Lesetipps und Anregungen für Literaturfreunde. Weil man schließlich nicht alles lesen, aber vieles bei einem Glas Wein erfahren, erblättern und diskutieren kann.

Lesecafé: Von Schlafenden und Schlaflosen (22F-3402)

So. 27.02.2022 (16:00 - 17:30 Uhr) - Mi. 29.06.2022 in Herscheid
Dozentin:

Einladung ins Lesecafé fünf+eins

Schlaf – die einen freuen sich auf ihn, die anderen fürchten ihn. Dieses ambivalente Verhältnis spiegelt sich auch in der Literatur. Während Dichter den süßen Schlummer besingen, leiden sie selber häufig unter Schlaflosigkeit. Die griechische Mythologie sieht den Schlaf als Bruder des Todes, Künstler schöpfen aus ihm Kreativität und Wissenschaftler machen ihn mitverantwortlich für Reparaturarbeiten an Zellen und Organen. In unserer Nonstop-Leistungsgesellschaft begegnen Konzerne dem Schlafbedürfnis neuerdings mit einem „Power Napping“-Angebot, vollkommener Schlafentzug dagegen gilt als Foltermethode.
Im Mittelpunkt vieler Romane stehen Schlafmangel und Schlaflosigkeit, womit die Literatur auf die Volkskrankheit Schlafstörungen reagiert. Anhand von fünf Romanen fragen wir, wie Literaten über das Phänomen Schlaf schreiben, beleuchten seine private und gesellschaftliche Seite. Dabei treffen wir auf eine junge Amerikanerin, die sich mit einem Cocktail aus Schlafmitteln und Psychopharmaka für ein Jahr lang aus der Welt beamt, während 17 Tage und Nächte ohne Schlaf und Müdigkeit das Leben einer anderen Protagonistin positiv erweitern. Wir begegnen der Schönheit und Erotik in Schlaf versetzter Frauen, ärztlich verordneten Schlafverboten und nächtlichen Telefonaten als Flucht vor Schlaflosigkeit. Dabei ist der Schlaf immer auch Auseinandersetzung mit der Vergänglichkeit, die Nähe von Schlaf und Tod in allen Romanen spürbar.
Verbinden wir das Erstschönste mit dem Zweitschönsten, lesen wir Bücher und reden wir darüber. Jeder ist eingeladen, in entspannter Atmosphäre bei Kaffee, Tee und Gebäck seine eigene Lese-, Schlaf- und Lebenserfahrung ins Gespräch einfließen zu lassen. Ein abschließendes Frühstückstreffen soll die Möglichkeit bieten, eine vergleichende Rückschau auf die Lektüren zu werfen, mit weiteren Hinweisen, Anregungen sowie Buchvorstellungen das Thema abzurunden.

Shakespeare-Tragödien: Richard III, Othello, Macbeth (22F-3403)

Di. 15.02.2022 (17:30 - 19:00 Uhr) - Di. 31.05.2022 in Halver
Dozent: Prof. Dr. Rüdiger Imhof

Literaturkreis

William Shakespeare (auch Saxper, Shakspere, Shakesper, Shakspeare: Man hielt es damals nicht so genau mit der Rechtschreibung) wurde 1564 am 22. oder 23. April geboren. Das exakte Geburtsdatum ist nicht auszumachen. Gern wird der 23. angenommen, weil Shakespeare dann am gleichen Monatstag geboren worden wäre, an dem er 1616 starb. Als er 18 Jahre alt war, ehelichte ihn die acht Jahre ältere und schwangere Anne Hathaway. Böse Zungen sprechen von einer ‘Shotgun Wedding’. Ende der achtziger Jahre begab Shakespeare sich nach London. Vermutlich schloss er sich einer fahrenden Theatertruppe an, die in Stratford-upon-Avon gastiert hatte. Er soll sich zunächst um die Pferde der Besucher der öffentlichen Schauspielhäuser ‚Theatre’ oder ‚Curtain’ gekümmert haben. Doch bereits nach wenigen Jahren trat er als Schauspieler, Lyriker und Stückeschreiber hervor – sehr zum Leidwesen der sog. „university wits“, mit welcher Bezeichnung Literaten (vielfach ebenfalls Stückeschreiber) gemeint waren, die eine Universität besucht hatten und nicht verwinden konnten, dass jemand, der über „ein bisschen Latein und noch weniger Griechisch“ (Ben Jonson) verfügte, solche exzellenten Werke zustande gebracht haben sollte. Bis heute gilt Shakespeare als bester Dramatiker der Weltliteratur für viele.
Im Mittelpunkt der historischen Tragödie Richard III (1592/93) steht Richard von Gloucester, später König Richard III.. Die starren Charakterzüge, die Richards Handeln bestimmen, Machtwille und Menschenverachtung, liegen von Anfang an offen zutage. Richard selbst erklärt bei seinem ersten Auftritt, dass er entschlossen ist, ein Bösewicht zu sein: ein Vorsatz, den er vollauf verwirklicht, indem er sich mit Heuchelei, Verrat, Meineid und Meuchelmord den Weg zum Königsthron bahnt. Shakespeare deutet die totale Gefühlskälte seines von Geburt an missgestalteten Protagonisten als unbefriedigtes, pervertiertes Liebesbedürfnis eines vom Schicksal schuldlos Benachteiligten. Auf dem Höhepunkt seines Schaffens, in der ersten Dekade des 17. Jahrhunderts, schrieb er die Tragödien Othello (1604) und Macbeth (1606). Warum fällt Othello seiner Eifersucht, dem „grünäugigen Monster“, anheim? Weil er ein aufgeblasener Egomane ist? Was motiviert Iago zu seiner intriganten Übeltat? Handelt Macbeth, indem er seinen König ermordet, aus übertriebenem Ehrgeiz in einer Welt, in der das Böse regiert?
Dies sind nur einige Fragen, auf die im Kurs Antworten gegeben werden sollen. Zudem wollen wir einen Blick darauf werfen, wie die Stücke gemacht sind, also auf die kompositorische Struktur der Dramen. Und zu guter Letzt wird versucht, die Situation im Theater der damaligen Zeit zu vergegenwärtigen.

Als Textgrundlage kommt eigentlich jede deutschsprachige Übersetzung der drei Dramen in Betracht. Besonders zu empfehlen sind die Schlegel/Tieck-Übertragungen sowie die zweisprachigen Reclam-Ausgaben. Die Teilnehmer/innen am Kurs sollten sich zur ersten Sitzung mit Richard III vertraut gemacht haben.

John Galsworthy - Die Forsyte Saga (22F-3404)

Sa. 20.08.2022 10:00 - 16:00 Uhr in Kierspe
Dozentin: Marion Görnig

Literaturtag

1932 bekam John Galsworthy für seinen mehrbändigen Romanzyklus über die Geschichte der Familie Forsyte den Nobelpreis für Literatur. Mit großem psychologischen Einfühlungsvermögen und kunstvoll ironischer Empathie beschreibt er darin das Schicksal einer viktorianischen Familie über mehrere Generationen hinweg. Thomas Mann nannte ihn einen „dichterischen Historiker des englischen Bürgertums“.
1967 verfilmte die BBC in sechsundzwanzig Folgen die beiden Hauptzyklen des Familienepos und machte damit Fernsehgeschichte. Das öffentliche Leben stand still, wenn die Forsyte Saga lief, sogar Parlamentsdebatten wurden wegen der Sendetermine verschoben. Die BBC verkaufte die Rechte in fast alle Länder der Erde. Ephraim Kishon widmete diesem auch in Israel gesendeten Fernsehereignis eine hinreißende Satire. Und entlarvte in ihr selbst die einbrechende Unterwelt als Fans der dramatischen Geschichte um den reichen, hartherzigen Anwalt Soames, die schöne, leidende Irene, den gefühlvollen, gegen die Gesellschaft rebellierenden Jolyon und den Architekten Philip Bosinney, dessen Traum von Liebe und Kunst in einer nebligen Londoner Nacht in einem verzweifelten Tod sein Ende findet.
Der Literaturtag ist diesem großen Werk der englischen Literatur gewidmet und dem Leben des Autors John Galsworthy, dessen Biografie den Titel „Gentleman und Poet“ trägt.

Streifzüge durch die japanische Literatur (22F-3405)

Sa. 26.03.2022 10:00 - 16:45 Uhr in Kierspe
Dozentin: Reinhild Essing

Von Kirschblüten, Kranichen und Kintsugi
Literaturtag

Der Fuji-Berg im Regen
Auch an Tagen, da
Regendunst den Berg verhüllt,
bleibt er wunderschön!

Matsuo Basho

Einer der bedeutendsten Klassiker der japanischen Literatur stammt von einer Hofdame: "Das Kopfkissenbuch der Sei Shonagon", entstanden um das Jahr 1000, enthält anmutige Skizzen über das Leben am kaiserlichen Hofe, an dem zu dieser Zeit die Literatur zu hoher Blüte gelangte. Weitere Klassiker sind die Werke Yasunara Kawabatas, der als erster japanischer Schriftsteller den Literaturnobelpreis bekam, "„für seine Erzählkunst, die mit feinem Gefühl japanisches Wesen und dessen Eigenart ausdrückt“, wie es in der Begründung heißt. Die Bücher von Haruki Murakami dagegen ("Naokos Lächeln", "Gefährliche Geliebte") spielen zwar in Japan, sind aber durch Vorbilder westlicher Literatur geprägt.
Lesenswerte Romane zur japanischen Kultur und Geschichte gibt es auch von Japankennern und -liebhabern anderer Nationalität: "Die Geishas des Captain Fisby" etwa, eine Satire auf die amerikanische Besatzung in Okinawa, verfasst von Vern Sneider, der als Captain der US-Armee während des Zweiten Weltkriegs dort stationiert war. Oder umgekehrt Geschichten von Japanern, die es in andere Länder verschlagen hat, wie Julie Otsukas schmaler Roman über eine Gruppe junger Japanerinnen, die Anfang des 20. Jahrhunderts ihre Heimat verlassen, um in Kalifornien arrangierte Ehen einzugehen ("Wovon wir träumten"). Moderne Heldinnen sind zum Beispiel Rei Shimura, die junge Heldin aus Sujata Masseys rasanten Krimis, oder "Die Journalistin" Yumiko, die auch gegen den Widerstand höherer Kreise recherchiert.
Doch genug der Beispiele! Der Literaturtag will mit Buchvorstellungen, kurzen(!) Vorträgen und Lesungen, Gesprächen neugierig machen auf Japan und die japanische Literatur. Bringen Sie gern Ihre eigenen Bücher zum Thema mit! Und was Kintsugi ist, erfahren Sie spätestens an diesem Tag.

Ingeborg Bachmann - Schreiben zwischen Lieben und Leiden (22F-3406)

Fr. 04.03.2022 (09:30 - 11:45 Uhr) - Mi. 08.06.2022 in Schalksmühle
Dozentin: Dr. Aysegül Altun

Literaturkreis

… oder ihr Glaube an das Gute, das nie kommen wird

„Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar“ ist eine ihrer berühmten Zeilen. Deshalb wohl gibt es seit einigen Jahren trotz der noch bis 2025 bestehenden Sperrung bestimmter Korrespondenzen, neue Biografien, Essays und neue Werkausgaben.
Sie wird als literarischer Popstar der Nachkriegszeit gefeiert und dieser Platz auf dem Thron ist wohlverdient. Dennoch spaltet die Dichterin und Autorin Ingeborg Bachmann, die voller auffallender Gegensätze war, schüchtern und karrierebewusst, liebesabenteuerlustig und einsam, hilflos und selbstbestimmt, vielsprachig und desorganisiert.
Ob verehrt, oder verschmäht, sie ist und bleibt eine der interessantesten Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. Und das nicht nur wegen ihrer nahezu skandalösen Biographie, sondern auch wegen ihrer Literatur. Das Werk Bachmanns ist vom Leben Bachmanns nicht zu trennen, Ausschnitte aus beiden Welten sind die Inhalte unserer Literaturgespräche.

Durch Welt und Wiese oder: Geschichten von Reisen zu Fuß - Online-Vortr (22F-3407VK)

Mo. 21.03.2022 18:30 - 20:00 Uhr in Überörtlich
Dozentin: Kirsten Jüdt

Literaturvortrag

Seit der Coronapandemie sind viele wieder zu Fuß unterwegs, zur Arbeit, zum Einkaufen, sonntags zum Spaziergang durch Wald und Wiese. Wer sich so zu Fuß durch Landschaft und Gesellschaft begibt, nimmt die Umwelt mit dem ganzen Körper wahr. Die Sinneseindrücke schärfen sich im unmittelbaren Ausgesetztsein in Wind und Wetter. Zugleich verlangsamt und fokussiert sich das Denken im Rhythmus des Gehens, die Grenzen zwischen Welt und Ich verschwimmen. Wer geht, „sieht die Zeit mit anderen Augen. Bewegung verliert ihre Flüchtigkeit, gehend graben wir uns tiefer und intensiver in die Welt hinein, verweilen, anstatt auf der Oberfläche dahinzugleiten […]. Der Augenblick ist das Ziel“.
Für die Schriftsteller*innen, deren Werke an diesem Abend vorgestellt werden, ist das Gehen, Spazieren und Wandern selbst Gegenstand ihrer literarischen Auseinandersetzung. Ihre Texte sind Beispiele für Aufzeichnungen von unterwegs; sie beschreiben ihre Wahrnehmungen, Erinnerungen und Denkprozesse und thematisieren zugleich den Akt des Schreibens. Das Gehen setzt also nicht nur Beine sondern auch Schreibwerkzeuge in Bewegung.
Im Vortrag vorgestellt werden Texte von W.G. Sebald, Robert Macfarlane und Esther Kinsky. Und natürlich Tipps für weitere Literatur – die ja vielleicht beim nächsten Spaziergang für die gemütliche Pause unter Linden mit in den Rucksack gepackt werden kann.

Der Vortrag findet als Videokonferenz online statt. Sie benötigen nur einen Laptop oder ein Tablet mit eingebauter Kamera und Mikrofon. Sie müssen kein Programm herunterladen, sie bekommen von der Kursleiterin einen Link zur Videokonferenz per Mail zugeschickt.

Über Christine Brückner - Online-Seminar (22F-3408VK)

Mi. 16.02.2022 (19:00 - 20:30 Uhr) - Mi. 23.02.2022 in Überörtlich
Dozentin: Marion Görnig

… irgendwo ist immer Poenichen

In ihren Erinnerungen an die Finanznöte erster Ehejahre inmitten des Wirtschaftswunders schrieb sie: "Wir lebten von dem, was wir nicht brauchten." "Du wirst auch noch an uns glauben müssen", lässt sie Viktor Quint, den gläubigen Nazi, in ihrem Roman Jauche und Levkojen sagen. Und den alten Freiherrn von Quindt -mit dt- darauf antworten: "Ich fürchte, wir werden all dran glauben müssen."
Sätze, die sich unauslöschlich einprägen, die ausharren, wenn die Geschichte zu Ende erzählt ist. Wie die "Quindt-Essenzen" ihrer Poenichen-Trilogie.
Christine Brückner (1921-1996) gilt als eine der bedeutendsten deutschsprachigen Schriftstellerinnen der Nachkriegszeit. Nach Abitur und Kriegseinsatz studierte die Pfarrerstochter aus Bad Arolsen in Hessen Kunstgeschichte und Germanistik, arbeitete Anfang der 50 er Jahre als Redakteurin bei der Zeitschrift "Frauenwelt". Mit ihrem ersten Roman "Ehe die Spuren verwehen" gewann sie 1954 einen Literaturwettbewerb des Bertelsmann Verlages. Von da an war sie hauptberuflich Schriftstellerin. 1967 heiratete sie den Schriftsteller Otto Heinrich Kühner. Ihre letzte Liebe, für immer und ewig, schrieb sie später einmal. Christine Brückners bekannteste Werke sind die Trilogie "Jauche und Levkojen", "Nirgendwo ist Poenichen" und "Die Quints" sowie die Monologe "Wenn du geredet hättest, Desdemona. Ungehaltene Reden ungehaltener Frauen". Neben Romanen, Erzählungen, Essays und Theaterstücken schrieb sie auch Kinder- und Jugendbücher. Sie starb 1996 in Kassel, nur wenige Wochen nach dem Tod ihres Mannes.
Wir werden uns an diesen beiden Abenden dem Leben und Werk Christine Brückners widmen und ganz besonders den Frauenfiguren, die sie geschaffen hat.

VHS-Buchclub - Online (22F-3409VK)

Mi. 02.03.2022 (19:00 - 20:30 Uhr) - Mi. 01.06.2022 in Überörtlich
Dozentin: Heidemarie Eberle-Ringel

Ein Leben ohne Bücher? Wenn das für Sie schlichtweg nicht vorstellbar ist, sind Sie hier genau richtig. Wir tauschen in lockerer Runde Leseempfehlungen aus, stellen den anderen Bücher vor, die und einmal etwas ganz Besonderes im Leben bedeutet haben, unvergessliche Lektüre, eine wunderbare Story, Bücher zum Hineintauchen, traurige und heitere, schwere und romantische, hochgelobte und manche vielleicht verkannte. Dass sich daraus Gespräche ergeben über Themen, Figuren, Dichter*innen und so einiges Wundersame, Ungewöhnliche, Erstaunliche und Bedenkenswerte, ist der Sinn der Literatur.