Programm >> Kultursalon >> Literatur

Veranstaltung "First Lady of the World - Die vielen Leben der Eleanor Roosevelt" (Nr. 3405) ist für Anmeldungen nicht freigegeben.

First Lady of the World - Die vielen Leben der Eleanor Roosevelt (22H-3405)

Sa. 28.01.2023 10:00 - 16:45 Uhr in Kierspe
Dozentin: Marion Görnig

Biografietag

Eleanor Roosevelt ist Amerikas einzige First Lady, die ihr „Amt“ zwölf Jahre lang ausübte. Drei Wahlperioden, von 1933 bis 1945, war ihr Ehemann, der legendäre Franklin Delano Roosevelt, Präsident der Vereinigten Staaten, in schweren Zeiten, der Großen Depression und zuletzt während des Zweiten Weltkriegs,
dessen Ende er, von schwerer Krankheit gezeichnet und an den Rollstuhl gefesselt, nicht mehr erlebt. Der „New Deal“, das für die USA überraschend „linke“ Programm war seine politische Antwort auf die Wirtschaftskrise der 30er Jahre, den Eintritt in den Weltkrieg hat er lange versucht zu vermeiden. Er wollte sein Land nicht in den Krieg schicken. Pearl Harbour ließ im wenig andere Wahl. (Anm.: Manchmal ähnelt sich die Weltgeschichte, wie man es sich niemals mehr gewünscht hätte)

Eleanor Roosevelt hat eine bemerkenswerte Lebensgeschichte und sie ist eine überaus bemerkenswerte Frau. Sie begnügt sich nicht mit der dekorativen Rolle einer First Lady, sie wird politisch aktiv, hinter und auch vor den Kulissen, nutzt ihren ganzen Einfluss in der Demokratischen Partei. Für ihren Mann ist sie als politische Weggefährtin und Beraterin unverzichtbar und auch als Aktivistin, als Menschenrechtlerin, als Verfechterin humanitärer Anliegen und Projekte, später als Frauenrechtlerin und Friedenbotschafterin wird sie sich in den Jahren nach seinem Tod einen Namen in der Welt machen. Sie bleibt bis heute eine der einflussreichsten und weltweit bewunderten Amerikanerinnen. Und wird ein Rollenmodell für all die First Ladies, die ihre Rolle als Präsidentengattin ähnlich gesehen und gelebt haben, wie Hillary Clinton und Michelle Obama.
Doch nicht nur ihr politisches Leben, auch ihr privates Leben erzählt mehr als nur eine Geschichte. Als ihr Mann untreu ist und es auch bleibt, transformiert sie die Beziehung als Alternative zu einer Scheidung in eine „politische“ Partnerschaft, die sie weiter verbindet, auch wenn sie privat getrennte Leben führen. Sie schöpft neue Stärke aus den persönlichen Verletzungen, findet für sich Rollen und Zugänge zu mehreren Lebensmodellen, von denen sie manche öffentlich, manche aber auch ganz im Geheimen lebt. Um diese vielen Leben und ihre Geheimnisse geht es in unserem Studientag.

Literatur bei Wein und Brot - Neuerscheinungen des Bücherfrühlings (23F-3401)

Fr. 28.04.2023 19:30 - 21:00 Uhr in Kierspe
Dozentin: Hiltrud Schulte

Ein Abend bei Wein und Brot, in dessen Mittelpunkt die neuen Bücher dieses Literaturfrühlings stehen. Lesenswerte Romane – und vielleicht auch der eine oder andere, den man nicht lesen muss, auch wenn er auf der Bestsellerliste steht. Neue Autorinnen und Autoren – vielversprechende Erstlings- und das eine oder andere Spätwerk. Überraschende Themen, vielversprechende Preisträger, dicke Wälzer und kleine Meisterwerke, Erinnerungen, Abrechnungen, Visionen und Lebensträume mit und ohne Happy End. Ganz angesehen von Krimis für Unerschrockene, verschachtelten Familienepen und rosenduftgetränkten Romanzen. Eine Auswahl empfehlenswerter Neuerscheinungen, Lesetipps und Anregungen für Literaturfreunde. Weil man schließlich nicht alles lesen, aber Vieles bei einem Glas Wein erfahren, erblättern und diskutieren kann.

Laurence Sterne: Leben und Meinungen des Tristram Shandy, Gentleman (23F-3402)

Di. 14.02.2023 (17:30 - 19:00 Uhr) - Di. 06.06.2023 in Halver
Dozent: Prof. Dr. Rüdiger Imhof

und Yoricks empfindsame Reise durch Frankreich und Italien

Literaturkreis

Laurence Sterne (1713–1768) veröffentlichte den ersten Band von Tristram Shandy im Jahr 1759. Acht weitere folgten bis 1767. In ihnen lässt er Tristram sein Leben auf sehr merkwürdige Art, wie sich herausstellt, darlegen. Der Autobiograf befolgt den Lehrsatz des Horaz, wonach man stets ab ovo, also vom Ei, anfangen sollte und beginnt folgerichtig mit seiner Zeugung. Doch da begann bereits die Reihe der Missgeschicke. Die einfältige Kindsmagd Susannah behält von dem von Walter Shandy sorgfältig ausgesuchten Namen ‚Trismegistus’ nur die Vorsilbe, aus welcher der bei der Taufe anwesende Hilfsgeistliche Tris-tram macht. Tristrams Welt ist eine Welt der komischen Käuze. So ist Walter ein pedantischer Hausvater, der selbst intimste Familienangelegenheiten nach Plan regelt, in abwegigen Hypothesen und wissenschaftlichen Theorien schwelgt und nur selten seine Vorhaben zu Ende bringt. Der Erzähler selbst ist allerdings nicht minder kauzig. Er durchbricht durch zum Teil schier endlose Abschweifungen die Chronologie. Er stellt alle herkömmlichen Stilmittel auf den Kopf, spielt mit ihnen und mit dem Leser (so wird das Vorwort erst im dritten Band nachgeliefert) und kommentiert sein eigenes erzählerisches Vorgehen. An einem Punkt klagt er: ‚Selbst wenn ich so schnell schriebe, wie ich es nur vermag, würde ich mich chronologisch niemals einholen können’. Damit hat er einen gewichtigen Punkt des (auto/biografischen) Erzählens angesprochen, nämlich den, dass man unbedeutende, unwesentliche Abschnitte summarisch und wichtige, bedeutungsvolle detailliert abhandeln muss. Sterne hat auf diese Weise einen äußerst modernen Roman verfasst und vieles vorweggenommen, das nach etwa 1960 im sog. Meta-Roman (im Roman über das Romanschreiben) bisweilen bis zur Ermüdung praktiziert wurde.
Die empfindsame Reise ist seiner Tonlage nach ein Hymnus auf das alte, das romantische Frankreich. Vordergründig bietet das Werk die Beschreibung einer Reise von Calais über Amiens, Paris, Moulins nach Lyon. Dem Autor geht es dabei nicht um die Schilderung äußerer Eindrücke und Erlebnisse, sondern um deren Spiegelung in der Seele, in der Empfindung des zugleich naiven und sensiblen ‚Narren’ Yorick. Der gegenständlichen Welt gewinnt der Erzähler nur insoweit Bedeutung ab, als sie Empfindungen auslöst: Empfindungen der Liebe, Zärtlichkeit, des Mitleids. Mitleid ist der große Gefühlsbereich, in dem Yorick lebt. Immer wieder sind es vor allem die Außenseiter der Gesellschaft, die sein Herz bewegen.
Die Teilnehmer/innen möchten sich bitte zur ersten Sitzung mit dem ersten Band von Tristram Shandy vertraut machen.

Als Textgrundlage kommt für Tristram Shandy jede deutschsprachige Übersetzung in Frage; was Empfindsame Reise betrifft, so ist die Übertragung von J.J.Ch Bode (etwa Nördlingen 1986) angeraten.

Virginia Woolf (23F-3403)

Sa. 03.06.2023 10:00 - 16:45 Uhr in Kierspe
Dozentin: Reinhild Essing

Schreiben als Kunst, Selbstverwirklichung und Handwerk

Literaturtag

„Sie wurde als Genie und als „Fall“, als Frauenrechtlerin und als Frau, zum Inbegriff einer Schriftstellerin. Das wollte sie, und so kam es.“ (Elke Schmitter)

Virginia Woolf, geboren 1882 in London, war eine erfolgreiche Frau. Als Schriftstellerin schuf sie experimentelle Romane, in denen sie das Innenleben des Menschen wiederzugeben versuchte, und prägte neben James Joyce und Marcel Proust den Roman der literarischen Moderne. Als Verlegerin gründete sie gemeinsam mit ihrem Mann Leonard den Verlag Gogarth Press und veröffentlichte die Bücher der Avantgarde. In ihrem Haus traf sich die „Bloomsbury Group“, ein Freundeskreis von Schriftstellern, Künstlern und Wissenschaftlern.
Doch ihr Leben wurde auch von Krankheit, Leiden und Angst geprägt. Die Arbeit „im Bergwerk des Geistes“ brachte sie immer wieder an ihre Grenzen, und die psychische Erkrankung, die schon in ihrer Jugend aufgetreten war, brach wieder aus. Sie verlief in Schüben: Während Virginia sonst eine energische, fröhliche und phantasievolle Frau war, verlor sie dann alle Freude am Leben, aß nicht mehr und quälte sich und andere. Sie lebte in der ständigen Furcht, dass man sie eher für verrückt als für brillant halten könnte. Im März 1941 fühlte sie einen neuen Schub herannahen und ertränkte sich in dem Fluss hinter ihrem Landhaus. Um auch bestimmt unterzugehen, hatte sie dicke Steine in die Manteltaschen gesteckt.
Auf dem Programm dieses Literaturtages stehen neben Virginia Woolfs Büchern auch mit Hörspielen und Verfilmungen ihrer berühmtesten Roman „To the Lighthouse“, „Orlando“ oder „Mrs. Dalloway“ beschäftigen.

The Queens - Victoria und Elizabeth II. (23F-3404)

Sa. 12.08.2023 10:00 - 16:45 Uhr in Kierspe
Dozentin: Marion Görnig

Biografietag

Die englische Monarchie in den vergangenen beiden Jahrhunderten ist ohne ihre beiden Königinnen eigentlich gar keine große Geschichte. Aufs Ganze betrachtet spielen die männlichen Monarchen eher Nebenrollen. Langlebigkeit ist dabei eine erste Voraussetzung, um in die Geschichte einzugehen. Und das waren sie, die beiden Queens: Victoria (1819 - 1901), nach der man sogar ein ganzes Zeitalter benannte, und Elizabeth II (1926 – 2021). Doch nicht nur durch ihre langen Regentschaften wurden sie das Gesicht der Monarchie. Beide waren Persönlichkeiten von unbeirrbarer Zähigkeit, Victoria nannte eine Biografin sogar die „Unbeugsame“ und Elizabeth II. wurde zum Synonym ihres Amtes, sie war „die Queen“. Sie kamen als sehr junge Frauen auf den Thron, Victoria war gerade einmal 18 Jahre alt, als sie gekrönt wurde, weil die männliche Linie zwar zahlreich, aber höchst ungeeignet war. Elizabeth II. musste als 26jährige den Thron unerwartet von ihrem früh verstorbenen Vater übernehmen. Und so wurden sie beide zu Legenden und letztendlich Pfeilern der Monarchie. Ohne sie, so vermutet manche Geschichtsschreibung, gäbe es das englische Königshaus nicht mehr.
Unser „Queens Day“ beschäftigt sich mit dem Leben der beiden Königinnen, dem privaten und dem öffentlichen und schaut auf die wechselvollen Zeitgeschichte(n), die ihre Regentschaft prägten. Dass es dabei den ganzen Tag „very british“ zugeht, versteht sich von selbst.
 
Es wird gebeten, Scones, Gurkensandwiches, Pasties oder andere Gaben der englischen Küche für ein Büffet mitzubringen.
 

Daphne du Maurier - Online (23F-3405VK)

Mi. 24.05.2023 (19:00 - 20:30 Uhr) - Mi. 31.05.2023 in Überörtlich
Dozentin: Marion Görnig

„Letzte Nacht träumte ich, ich wäre wieder auf Manderley“

Das schreibende Ich unterscheidet sich sehr vom Ich, das leben will, und beide sind eng verbunden. Ohne Schreiben gäbe es keinen Grund mehr zum Leben. (Daphne du Maurier)

Daphne du Maurier ist heute noch, über 50 Jahre nach ihrem Tod, in Cornwall eine Legende. Immer wieder ist die von ihr so geliebte raue südenglische Landschaft geheimnisvoller, tragischer Schauplatz ihrer Romane. Sie war die Autorin der Erzählung „Die Vögel“, Hitchcocks Verfilmung ließ sie zur Ikone der Spannungsliteratur werden. Ihre Kurzgeschichte „Don‘t look now“ war die Vorlage des Films „Wenn die Gondeln Trauer tragen“. Achtzehn Romane, darunter „Jamaica Inn“ und „Meine Cousine Rachel“ und ein heute noch aufgelegtes Reisebuch über Cornwall sind ihr schriftstellerisches Lebenswerk.
Ihr wohl berühmtester Roman „Rebecca“ beginnt mit einem ebenso berühmten ersten Satz: „Letzte Nacht träumte ich, ich wäre wieder auf Manderley.“ Eine Romanze, ein Krimi, eine Gothic Novel? Oder ein Eheroman, der eigene Erfahrungen spiegelt, aber sie nicht preisgeben will? Daphne du Maurier hat vieles in ihrem Leben nicht preisgegeben, und hat sich das Ureigenste viele Jahre lang selbst nicht eingestehen wollen: ihre Liebe zu Frauen. Wir werden uns an diesen beiden Abenden mit dem öffentlichen und dem „eigentlichen“ Leben der Daphne du Maurier beschäftigen, ihrem Leben zwischen Wunsch, Traum und Realität, ihrem Leben in ihrem Schreiben und dem beständigen Kampf zwischen Anspruch und Wirklichkeit.

Der Kurs findet als Videokonferenz online statt. Sie benötigen nur einen Laptop oder ein Tablet mit eingebauter Kamera und Mikrofon. Sie müssen kein Programm herunterladen, sie bekommen von der Kursleiterin einen Link zur Videokonferenz per Mail zugeschickt.

VHS-Buchclub - Online (23F-3406VK)

Mi. 01.03.2023 (19:00 - 20:30 Uhr) - Mi. 14.06.2023 in Überörtlich
Dozentin: Heidemarie Eberle-Ringel

Ein Leben ohne Bücher? Wenn das für Sie schlichtweg nicht vorstellbar ist, sind Sie hier genau richtig. Wir tauschen in lockerer Runde Leseempfehlungen aus, stellen den anderen Bücher vor, die und einmal etwas ganz Besonderes im Leben bedeutet haben, unvergessliche Lektüre, eine wunderbare Story, Bücher zum Hineintauchen, traurige und heitere, schwere und romantische, hochgelobte und manche vielleicht verkannte. Dass sich daraus Gespräche ergeben über Themen, Figuren, Dichter*innen und so einiges Wundersame, Ungewöhnliche, Erstaunliche und Bedenkenswerte, ist der Sinn der Literatur.