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Geschichtenschmiede - Modern Times - Moderne Zeiten (20H-3001)

Do. 17.09.2020 (19:30 - 21:45 Uhr) - Do. 21.01.2021 in Kierspe
Dozentin: Marion Görnig

Im Vorspann dreht sich ein Sekundenzeiger über eine bildfüllende Uhr. Es erscheint eine Schafherde, in deren Mitteein schwarzes Schaf mitläuft. Danach werden Arbeiter, die dicht an dicht aus dem Schacht einer U-Bahn-Station in die Fabrik drängen dargestellt, einer von ihnen ist Charlie. Der Tramp.
Moderne Zeiten – alle kennen sie, empfinden sie, nehmen sie an oder ignorieren sie. Moderne Zeiten gibt es zu allen Zeiten, Charlie Chaplin hat ihnen in den 30er Jahren diesen unvergessenen Film gewidmet, als Stummfilm, wo der Tonfilm doch längst die Leinwand erobert hatte, als sozialen Protest in einer Zeit, als die moderne Zeit die große Depression hieß. Aber natürlich gibt es auch andere moderne Zeiten, Eisenbahnen, die das gemütliche Biedermeier beunruhigen, wilde Zwanziger Jahre, die Rocksäume revolutionär kürzen, Zöpfe abschneiden und das Rauchen auch den Frauen erlauben, bunte Hippiewelten, die dann ganz etwas anderes rauchen, und schließlich gigantische Spaßwelten, die nicht nur auf Ozeanen kreuzen. Moderne Zeiten eben. Wir nähern uns ihnen literarisch durch den einen oder anderen Blick zurück, der uns schon wissen lässt, wie es ausgegangen ist, und den Blick auf unser Heute, in dem wir so manche haarsträubende, wunderliche, skurrile, unglaubliche oder kopfschüttelnde Meldung aus Presse, Funk und Fernsehen zum Anlass nehmen, eine Geschichte zu schreiben. Garantiert viren – und maskenfrei,
aber ebenso bemerkenswert. Denn manchmal sind auch die modernen Zeiten so hoch verwunderlich, dass sie sich kein Dichter ausgedacht haben kann.

Geschichtenschmiede - Modern Times - Moderne Zeiten (20H-3002)

Do. 24.09.2020 (19:30 - 21:45 Uhr) - Do. 28.01.2021 in Kierspe
Dozentin: Marion Görnig

Inhalt siehe 3001

In diesem Kurs geht es parallel zum Thema auch um Grundlagen und Techniken des Erzählens. Neue Teilnehmende sollten sich zu dieser Gruppe der Geschichtenschmiede anmelden.

krimiwerkstatt: Mord mit spitzer Feder (20H-3003)

So. 27.09.2020 (13:00 - 16:00 Uhr) - So. 10.01.2021 in Kierspe
Dozentin: Marion Görnig

Arbeitskreis für Autorinnen und Autoren

In der krimiwerkstatt treffen sich Autorinnen und Autoren zu sonntäglichen Untaten. Vor allem geht es hier um das Schreiben selbst, das gewürzt, ergänzt, untermauert wird mit ein wenig Theorie des Kriminalromans und anderer literarischer Verbrechen. Jede Autorin, jeder Autor schreibt an einer Kriminalerzählung – welcher Couleur auch immer – und stellt sie der Gruppe vor. Das können ganz kurze Kriminalgeschichten sein oder eine längere Erzählung, deren Entstehen die anderen mitverfolgen und diskutieren. Denn kritisches Urteil, konstruktive Vorschläge, schlaue Impulse und kreatives Mitdenken sind gefragt. Weil die Abgründe des Verbrechens besonders tief sind in konspirativen Gruppen.

Geschichten für Kinder schreiben oder Ideen von Bäumen pflücken (20H-3004)

Sa. 07.11.2020 10:00 - 17:15 Uhr in Kierspe
Dozentin: Britta Sabbag

Die Bestsellerautorin Britta Sabbag schreibt erfolgreich Kinderbücher und noch viel mehr: Schon ihr Romandebüt schaffte es 2012 auf die Spiegel-Liste. Eine ganze Serie von Top-Sellern hat sie mit ihrer Reihe „Kleine Hummel Bommel“ gelandet. Doch – wen wundert’s – was wie im Flug daherzukommen scheint, ist in Wirklichkeit hart erarbeitet. In diesem Workshop führt sie einen ganzen Tag lang in Handwerk und Techniken ein, gibt Insidertipps und spricht über’s (Über)Leben in der Roman-, Jugend-, Kinder- und Bilderbuchbranche.
Wer also insbesondere für Kinder schreiben will, davon träumt oder schon angefangen hat: Britta Sabbag vermittelt knackig und kompakt das komplette Basispaket, um loszulegen. „Ich gebe meinen Seminarteilnehmern das mit an die Hand, was ich am Anfang selbst gebraucht hätte“, sagt sie. In elf Jahren gesammeltes Wissen als hauptberufliche Autorin komprimiert in gut umsetzbaren Praxistipps erwarten Sie.“

Britta Sabbag, Jahrgang 1978, studierte Sprachwissenschaften, Psychologie und Pädagogik. Heute lebt sie mit ihrer Familie und vielen verrückten und tierischen Buchfiguren in einem Landhaus zwischen Rheinland und Bergischem, wo die Ideen an den Bäumen hängen.

Inszeniertes Lesen - Vorlesen wie im Hörbuch (20H-3005)

Sa. 26.09.2020 14:00 - 18:30 Uhr in Herscheid
Dozent: Kai Mönnich

Vorlesen wie im Hörbuch - ob Märchen oder Krimi. Der Schauspieler Kai Mönnich bietet in diesem Seminar ambitionierten Laien die Möglichkeit, die Grundzüge des inszenierten Lesens zu verstehen und, soweit in der Kürze der Zeit möglich, nachzuempfinden und zu erlernen.
Hierbei geht es um die Findung der eigenen Erzählhaltung und deren Optimierung, sowie das schauspielerische Vortragen der wörtlichen Rede der verschiedenen Figuren.
Teilnehmer bringen ihr Lieblingsbuch mit und suchen sich einen möglichst in sich geschlossenen Abschnitt aus, der eine Vorlesedauer von circa 5 Minuten hat. Anhand dieser Texte und eines Beispieltextes, den der Dozent mitbringt, werden die Erzählhaltung und die wörtlichen Reden erarbeitet. Ziel des Seminars ist eine neue Herangehensweise an Vorlesetexte und die Optimierung des Ausdrucks, damit Zuhörer und Lesender noch mehr Spaß haben.

Kai Mönnich seit 38 Jahren als Schauspieler und Regisseur tätig, lebt seit 15 Jahren in Gummersbach und unterrichtet angehende Sprecher an der Akademie deutsche POP seit 12 Jahren.

Lessingtage (20H-3007)

Sa. 10.10.2020 (09:00 - 16:45 Uhr) - Mi. 14.10.2020 in Überörtlich
Dozentin: Marion Görnig

Workshop in Wolfenbüttel für Autorinnen und Autoren
der VHS-Geschichtenschmiede

Gotthold Ephraim Lessing: Seine eigenen Arbeiten erscheinen uns heute wie die Prototypen für das sich später entwickelnde bürgerliche deutsche Drama. „Miss Sara Sampson“ gilt als erstes deutschsprachiges bürgerliches Trauerspiel, „Minna von Barnhelm“ als Vorbild für viele klassische deutsche Lustspiele, „Nathan der Weise“ als erstes weltanschauliches Ideendrama. Als Lessing von Herzog Carl I. von Braunschweig-Wolfenbüttel 1770 an die herzogliche Bibliothek berufen wurde, war er bereits ein berühmter Mann: als Dichter, Kritiker, Dramaturg und Gelehrter. In Wolfenbüttel vollendete Lessing sein bürgerliches Trauerspiel "Emilia Galotti". Im Winter 1777 bezog er mit seiner schwangeren Frau Eva König das Lessinghaus. An Weihnachten wurde ihr gemeinsamer Sohn geboren, er lebte nur einige Stunden. Eva Lessing starb kurz darauf am Kindbettfieber. Fortan arbeitete Lessing in dem Sterbezimmer seiner Frau. Welche eine große tragische Geschichte. Wir werden ihr folgen in diesen Tagen in Wolfenbüttel und selber schreiben über Theater und Toleranz und Liebe.