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Literaturtag

London in den 1840er Jahren. Charles Dickens ist zum Star der englischsprachigen Literaturszene aufgestiegen. Nach dem Erfolg von „Oliver Twist“ (1839) ist er auf dem Zenit angekommen. Bei einer Lesereise durch die USA hat ihn das Publikum umjubelt. Man beschreibt ihn als den großen Magier, dessen Zauberstab ein Buch sei. Doch dann, 1843, ist plötzlich die Luft raus, der Zauber verflogen. Der Dichter muss einige Flops verkraften, das Geld wird knapp, sein Vater braucht mal wieder welches, und dann gehen ihm auch noch die Ideen aus. Der Mann hat eine Schreibblockade. Aber das wirft ihn nicht wirklich aus der Bahn, die Schaffens- und Geldkrise hindert ich nicht daran, sein Haus weiter luxuriös umzubauen, zumal es immer noch Verleger gibt, die man um Vorschuss angehen kann. Doch als es wirklich knapp wird, kommt ihm die zündende Idee. Sein nächstes Buch soll eine Weihnachtsgeschichte werden. Aber die Zeit drängt, es sind nur noch wenige Wochen bis zum Fest und kein Verleger will das Risiko eingehen, dass das Buch nicht fertig ist für den Gabentisch. Und so wird Dickens zum Schreiber, Verleger und Drucker in eigener Person, zu einer Art Do-it-yourself-Künstler. Ein langer und mühevoller Weg, bis daraus schließlich die wohl berühmteste Weihnachtsgeschichte der Literatur: „A Christmas Carol“ („Ein Weihnachtslied“), die Geschichte vom reichen Geizhals Scrooge, für den Weihnachten nur eine Zeit- und vor allem Geldverschwendung ist.

Doch Charles Dickens ist natürlich nicht nur der Mann, der Weihnachten erfand, wie ihn der jüngste Film aus dem Jahr 2019 im Titel bezeichnete. Dickens ist der Mann, der sich von ganz unten nach oben kämpft, ein Mann, der die Welt der Armen, der Abgehängten im viktorianischen England nur zu gut kannte, die Armenhäuser, die Slums, das Elend der arbeitenden Klasse, die Gauner und die Straßenkinder. Kein Wunder, dass er seine eigenen Dämonen mit sich herumträgt, denen er mit der Macht der Phantasie begegnet und einem unerschütterlichen Optimismus, der manchmal in Leichtsinn umschlägt. Und oft auch in Rücksichtslosigkeit. Kein einfacher Charakter, dieser Charles Dickens. Wir werden sein Leben und seine Persönlichkeit einmal unter die Lupe nehmen, sein Werk Revue passieren lassen und seine unvergesslichen literarischen Gestalten.

Info:

zuzügl. Umlage für Kaffee, Kuchen und evtl. Mittagsimbiss vor Ort


Gebühr

21,10 € € Ein kleiner Beitrag für Kaffee und Kuchen kann vor Ort entrichtet werden.


Termin(e)

Sa. 23.01.2021, 10:00 - 16:45 Uhr


Kursort


Dozent/in

Datum Zeit Ort
23.01.2021 10:00 - 16:45 Uhr Kierspe, VHS-Geschäftsstelle, Friedr.-Ebert-Str. 380