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"Julius oder die Schönheit des Spiels" - Tom Saller liest aus seinem neuen Roman (22F-3200)

Fr. 01.04.2022 19:00 - 20:30 Uhr in Herscheid
Dozent: Dr. med. Thomas Saller

Tom Saller liest
„Julius oder die Schönheit des Spiels“
Lesung mit freundlicher Unterstützung der
Sparkasse Lüdenscheid

Wimbledon, 1937. Das legendäre Daviscup-Match zwischen Deutschland und den USA. Nicht nur die Sportwelt hält den Atem an, als Julius von Berg den Ball vor tausenden von Zuschauern in den blauen Himmel wirft. Aufgewachsen auf einer Burg über dem Rhein, hat er sein Tennistalent im Berlin der zwanziger und dreißiger Jahre zur Reife gebracht; ein internationaler Star, auf dem alle Blicke ruhen. Gebannt verfolgt Julie, seine Ehefrau, das Geschehen auf dem Rasen – ebenso wie die NS-Größen in der Nachbarloge, denn es steht so viel mehr auf dem Spiel als der greifbare Sieg. Selbstbestimmung oder Mitläufertum? Ruhm oder Schande? Unten, auf dem Centre Court, trifft Julius eine folgenschwere Entscheidung. Eine Hommage an Gottfried von Cramm, den vielleicht ehrenwertesten deutschen Sportler – auf und neben dem Platz.
„Julius oder die Schönheit des Spiels erzählt davon, was Menschen ausmacht, und erinnert – bei allem Eintauchen in eine andere Zeit – leise daran, dass Begriffe wie Anstand und Haltung zeitlos sind. (…) Tom Saller schreibt über Tennis, aber eigentlich schreibt er über das Leben. Er erzählt die eindrucksvolle Geschichte eines Mannes, der sich auch in düsteren Zeiten nicht verbiegen lässt, die Geschichte eines Tennisbesessenen, dem die Schönheit des Spiels stets wichtiger war als der Sieg.“
Volker Kutscher

Tom Saller, geboren 1967, hat Medizin studiert und arbeitet als Psychotherapeut. 2018 erschien sein Debütwerk „Wenn Martha tanzt“, ein Roman verknüpft mit der Geschichte des Bauhauses, und wurde umgehend ein Bestseller. Sein zweiter Roman „Ein neues Blau“ knüpfte 2019 an den großen Erfolg an. Tom Saller lebt in Wipperfürth.

Kurt Tucholsky (22F-3201)

Di. 10.05.2022 19:30 - 21:00 Uhr in Herscheid
Dozentin: Marion Görnig

Rezitationsabend

Lesung zum Gedenken an die Bücherverbrennung am 10. Mai 1933

"Ein kleiner dicker Berliner, der versuchte, mit einer Schreibmaschine eine Katastrophe aufzuhalten..."
(Erich Kästner)

"Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen."
(Heinrich Heine)

Kurz nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten Ende Januar 1933 kam es im März im Zuge einer „Aktion wider den undeutschen Geist“ zu einer organisierten und systematisch vorbereiteten Verfolgung jüdischer, marxistischer und pazifistischer Schriftsteller. Dabei handelte es sich um eine von der Deutschen Studentenschaft geplante und durchgeführte Aktion unter Führung des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes. Höhepunkt waren die am 10. Mai 1933 auf dem Berliner Opernplatz und in 21 anderen deutschen Universitätsstädten groß inszenierten öffentlichen Bücherverbrennungen, bei denen Werke verfemter Autoren von Studenten, Professoren und NS-Organen ins Feuer geworfen wurden.
Marion Görnig und Martina Schnerr-Bille erinnern an diesem Abend an das Leben und die Schriften von Kurt Tucholsky, seinen Kampf um die Freiheit des Geistes. „Wenn wir dich kriegen, Tucholsky“, hatte Goebbels schon lange vor 1933 gedroht. Es ist ihnen nicht gelungen.

"Bist du sicher, Martinus?" - "Bist du nun glücklich, toter Agamemnon?" (22F-3202)

Di. 08.03.2022 20:00 - 21:30 Uhr in Schalksmühle
Dozentin: Claudia Baumann

Szenische Rezitation

Claudia Baumann spielt und spricht:

Bist du sicher, Martinus?
Die Tischreden der Katharina Luther, geb. von Bora
Bist du nun glücklich, toter Agamemnon?
Die nicht überlieferte Rede der Klytämnestra an der Bahre des Königs von Mykene


Es sind viele Reden berühmter Männer bekannt. Hatten Frauen nichts zu sagen? Oder wurde einfach nicht überliefert, was sie zu sagen hatten? Christine Brückner lässt diese kulturgeschichtliche Ungerechtigkeit nicht auf sich beruhen, gibt legendären Frauengestalten aus Literatur, Mythos und Geschichte eine Stimme. Entstanden ist ein sprachgewaltiger Chor starker Frauen: mal zornig und aufsässig, mal wehmütig und zärtlich. Vierzehn Texte von furioser Kraft und moralischer Stärke.
Als Christine Brückners Buch „Wenn du geredet hättest, Desdemona. Ungehaltene Reden ungehaltener Frauen« 1983 erstmals erschienen, wurden sie zu einem überwältigenden Überraschungserfolg. Die Sammlung fiktiver Monologe wurde nicht nur in zahlreiche Sprachen übersetzt, sondern zählt bis heute zu den meistgespielten zeitgenössischen Theatertexten. (Verlagsankündigung Hoffmann & Campe)
Claudia Baumann von der Theaterwerkstatt Schalksmühle spielt und spricht an diesem Abend die Texte „Bist du sicher, Martinus? Die Tischreden der Katharina Luther, geb. von Bora“ und „Bist du nun glücklich, toter Agamemnon? Die nicht überlieferte Rede der Klytämnestra an der Bahre des Königs von Mykene.
Der Eintritt ist frei zu dieser Veranstaltung zum Internationalen Frauentag, vor Ort ist es jedoch möglich, für einen karitativen Zweck zu spenden.

LiteraturCafé Nr. 43 - Von Kleidern, die Leute machen (22F-3203)

So. 27.03.2022 16:00 - 17:30 Uhr in Meinerzhagen
Dozent: VHS-Geschichtenschmiede

Kleider machen Leute. Wer wollte das bestreiten. Das ist nicht nur in Gottfried Kellers berühmter Novelle so. Elke Heidenreich erinnert in ihrem Buch. „Männer in Kamelhaarmänteln von dem alten Spötter Mark Twain, der meinte: „Nackte Menschen haben wenig bis gar keinen Einfluss auf die Gesellschaft.“ Und an Virginia Woolf, die in ihrem Roman Orlando schreibt: „Kleidung hat viel wichtigere Aufgaben, als uns nur warm zu halten, sie verändert unseren Blick auf die Welt und den Blick der Welt auf uns.“
Die Autorinnen und Autoren der VHS-Geschichtenschmiede haben einmal in ihrem Kleiderschrank nachgeschaut, was sich Berichtenswertes findet. Haben romantische Hochzeitskleider entdeckt und revolutionäre Friesennerze, längst vergessene Sonntagskleider und erinnerungswürdig gepackte Koffer. Und sich in eine Umkleidekabine gequetscht, dem Ort, an dem Kleider seltsamerweise den Weg zu uns finden.

Krimilesung: Studie in Blau (22F-3204)

Mi. 04.05.2022 20:00 - 21:30 Uhr in Schalksmühle
Dozentin: Felicitas Zelic

Krimilesung im Kunst- und Kulturcafé Breddermann

In einer sauerländischen Kleinstadt geschieht ein Mord. Für Wendig und seinen Kollegen Kaiser von der Kriminalpolizei eigentlich nichts Besonderes, wenn der Tatort nicht wäre. Denn der ist komplett in blaue Farbe getaucht, das Opfer kunstvoll drapiert.
Die Ermittlungen zeigen schnell, dass das Opfer, ein junger Künstler und angehender Kunststipendiat, gar nicht so beliebt war, wie es auf den ersten Blick schien. Doch bevor die beiden Kommissare, unterstützt von dem höchst engagierten Streifenpolizisten Kowalik, dem nachgehen können, werden sie zu einem zweiten Tatort gerufen. Auch hier wurde die Tote in Pose gelegt aufgefunden. Ein Serienmörder mit einem Faible für Kunst? Können Wendig und sein Team ihn rechtzeitig dingfest machen und so einen weiteren Mord verhindern?
Felicitas Zelic liest ihren Krimi, der im Rahmen der „Kunstkrimis“ der VHS-Krimiwerkstatt entstanden ist, die demnächst in Buchform erschienen werden.