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Das andere Leben der Ladies in Crime
Literaturtag in der Villa im Park

Ngaio Marsh (1895-1982) zählt neben Agatha Christie und Dorothy Sayers zu den großen „Ladies in Crime“ des klassischen englischen Detektivromans im sogenannten Golden Age, der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen. Ngaio Marsh, geboren 1895 in Neuseeland, schrieb 32 Detektivromane, von denen viele im Theatermilieu spielen, häufig drehen sie sich um Shakespeare’sche Dramen. Ihr Serienheld ist Roderick Alleyn, wie der Prototyp vieler englischer Autoren von adeliger Abstammung, und zugleich Profi, Inspektor bei Scotland Yard. Marsh persönlich jedoch war ihre Arbeit als Theaterregisseurin und Mentorin von Schauspielern wichtiger als ihre schriftstellerische Laufbahn. Das Schreiben von Kriminalromanen war denn auch eher der Broterwerb, mit dem sie die ihr wichtige Theaterarbeit finanzieren konnte. Sie schrieb, weil sie es konnte, weil sie erfolgreich war, weil es sie berühmt machte.
Margery Allingham (1904 – 1966) wurde die Schriftstellerei praktisch in die Wiege gelegt; in ihrer Familie schrieben fast alle, als Journalisten, als Zeitungsmacher, als Serienautoren für Magazine. So ist es wenig verwunderlich, dass sie diese Profession ebenfalls wählte, um als Frau selbstständig Geld zu verdienen. Sie hegte eine tiefe Liebe zum zunächst noch stummen Kino und erzählte zunächst Filmgeschichten für einschlägige Fanmagazine nach. In der zweiten Hälfte der 1920er Jahre entdeckte sie den Kriminalroman. 1928 erschien „The White Cottage Mystery“ (dt. „Ein böser Nachbar“). Fortan sah sie ihre Zukunft als freie Schriftstellerin und blieb dem Genre, das ihr ersten Erfolg bescherte, treu. Sie erfasste rasch, dass sie ihr Publikum noch fester binden konnte, wenn sie ihm eine Identifikationsfigur in Gestalt eines Serienhelden lieferte. Und so erschien Albert Campion auf der Bildfläche, ein freundlicher, intelligenter, junger Mann mit ebenfalls adligem Hintergrund, ein Gentleman-Detektiv, dessen leichtherziges Wesen Camouflage ist für seinen scharfen Verstand.
Die Schnittstellen der Biografien von Ngaio Marsh und Margery Allingham ergeben sich erst auf den genauen Blick hin. Beider Herz hängt eigentlich nicht an dem, was sie so erfolgreich über Jahrzehnte tun – Kriminalromane schreiben. Und beide leben ein anderes Leben, als es die Öffentlichkeit erfährt. Der Literaturtag widmet sich den Biografien dieser beiden Frauen, ihrem Werk, ihrem Glück, ihrem Unglück - und ihren Geheimnissen


Gebühr

39,10 € € Ein kleiner Beitrag für Kaffee und Kuchen kann vor Ort entrichtet werden.


Termin(e)

Sa. 22.08.2020, 10:00 - 16:45 Uhr


Dozent/in

Datum Zeit Ort
22.08.2020 10:00 - 16:45 Uhr Meinerzhagen, Villa am Park

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